Wo findet der umstrittene „Bronzewegweiser“ seinen Platz?

Nach Ansicht und Antrag von FDP-Ratsherr Karl-Ludwig Schrader ist die Stelle zwischen der Friedensglocke und den Bänken unter den Bäumen auf dem Spittaplatz im Osten der St.-Pankratiuskirche der ideale Platz für das Streitobjekt „Bronzewegweiser“. (Foto: Georg Bosse)

Karl-Ludwig Schrader (FDP) schlägt den Osten des Spittaplatzes vor

BURGDORF (gb). So etwas hätte Burgdorfs Wahrsager „Wicken Thies“ wohl auch nicht vorhergesehen, dass FDP-Ratsherr Karl-Ludwig Schrader auf die Idee kommen könnte, den umstrittenen, bronzenen Wegweiser im Osten der St. Pankratiuskirche auf den Spittaplatz verlegen zu lassen.
Der Bronzewegweiser, der in Richtung einiger ehemalig deutscher Städte in den kriegsverlorenen Ostgebieten weist und der bis zu seiner Entfernung im Zuge der Innenstadtumgestaltung vor dem historischen Rathaus I an der „alten“ Marktstraße eingelassen war, wurde und wird noch von vielen Menschen als Symbol für den menschlichen und bevölkerungsmäßigen Aufschwung Burgdorfs empfunden. Besonders von denen, die nach Flucht und Vertreibung in der Auestadt eine zweite Heimat gefunden haben. Da nach dem Innenstadt-Umbau eine Rückversetzung an den angestammten Platz aus bautechnischen Gründen angeblich nicht möglich war, fristet der Bronzewegweiser mittlerweile im Burgdorfer Bauhof ein kümmerliches Dasein. Denn Politik und Verwaltung konnten sich für das inzwischen zum Streitobjekt gewordene Erinnungsstück bis heute nicht auf einen adäquaten Liegeort im Stadtgebiet einigen.
Aber warum gerade jetzt der Vorstoß aus dem liberalen Lager? „Anstoß und Ausschlag für die Formulierung meines Antrags an den Burgdorfer Umwelt- und Verkehrsausschuss war die Eröffnungsrede von Bürgermeister Alfred Baxmann anlässlich der aktuellen Stadtmuseums-Ausstellung „Hier geblieben - Flüchtlinge und Vertriebene in der Nachkriegszeit in Burgdorf“. Das wäre eine passende Gelegenheit gewesen, zu diesem schwelenden Thema Stellung zu beziehen und befriedende Vorschläge zu machen - was aber leider nicht passiert ist“, ärgert sich Karl-Ludwig Schrader noch immer. Die unbestrittenen Leistungen der „Hiergebliebenen“ hatte Baxmann allerdings gewürdigt.
Schrader hatte vor seinem bereits öffentlich gewordenen Antrag „Wiedereinbau Bronzewegweiser“ bei den Ratsfraktions-Vorsitzenden von CDU und SPD, Mirko Zschoch bzw. Adolf W. Pilgrim, um Unterstützung für seinen Vorschlag gebeten. Während er aus der CDU heraus schon positive Signale ausmachen konnte, steht eine Stellungnahme von den Sozialdemokraten, möglicherweise urlaubsbedingt, noch aus. Positive Signale hat Karl-Ludwig Schrader auch schon aus einigen Teilen der Bevölkerung erfahren. „Für den Bronzewegweiser im Stadtzentrum schlage ich den Spittaplatz im Osten der Kirche (Altarseite) vor. Zwischen der großen Friedensglocke und der Bank unter den Bäumen wäre ein idealer Platz, da der Einbau dort in Beton möglich ist“, heißt es in dem FDP-Papier. „Wicken Thies“ würde sicherlich nichts dagegen haben.
Eine Antwort auf seinen Antrag erwartet der liberale Ratsherr im Rahmen der Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses am Dienstag, 3. September.