„Wir sind Burgdorfer und fühlen uns hier zuhause“

Dr. Gerhard Bosselmann (Mitte) kündigt ein langfristiges Engagement in Burgdorf an. (Foto: Dieter Heun)

Landbäckerei Bosselmann empfing SMB-Arbeitskreis „Arbeit und Wirtschaft“

BURGDORF (r/jk). Als neuer Leiter des Stadtmarketing-Arbeitskreises Arbeit und Wirtschaft hieß Ingo Willardt die Mitglieder des Gremiums in den neuen Räumlichkeiten der Landbäckerei Bosselmann in der Marktstraße zu ihrer 28. Sitzung willkommen. Gastgeber Dr. Gerhard Bosselmann bezeichnete sich „als begeisterten Quereinsteiger“, der als gelernter Land- und Forstwirt vor 15 Jahren den Weg in die Bäckereibranche gefunden habe.

Bosselmann stellte sich vor
Mit dem Kauf einer hannoverschen Bäckerei sei die Initialzündung für eine kontinuierliche Expansion des Familienbetriebs gelegt worden, zu dem heute 33 Filialen mit 250 Mitarbeitern gehören, erläuterte Bosselmann. „Wir sind Burgdorfer und fühlen uns in der Stadt zuhause“, bekannte der Firmenchef und versicherte, dass sich sein Unternehmen langfristig mit dem seit Ende Mai betriebenen Marktcafé engagieren werde. „Dabei setzen wir neben dem Verkauf von Back- und Kaffeespezialitäten auf ein angepasstes gastronomisches Angebot, dessen Pluspunkt frisch zubereitete Teigwaren aus eigener Herstellung sind“, bekräftigte Gerhard Bosselmann.

SMB stellte Aktivitäten vor
Stadtmarketing-Geschäftsführer Gerhard Bleich richtete die Aufmerksamkeit auf die aktuellen Aktivitäten des Vereins. Er berichtete, dass alle Ausstellerplätze für die 3. Spezial-Messe „Handwerk, Haus & Garten“ am 22. März 2015 im Veranstaltungszentrum bereits vergeben seien. Den bis Ende Oktober erreichten Umsatz des Burgdorfer Geschenkgutscheins bezifferte Bleich mit 170.000 Euro, wobei als Zielmarke eine Summe von 250.000 Euro angestrebt werde.
Unter dem Motto „richtig. gut. älter werden“ gibt es laut Bleichs Ankündigung im Herbst 2015 einen neuen Informationstag, bei dem Chancen und Perspektiven für Menschen über 50 im Zentrum stehen.
Bleich wies auch darauf hin, dass am 28. November die 9. Burgdorfer Lichtwochen starten, zu deren Realisierung über 70 Sponsoren beitragen. „Wir sind damit eine der wenigen deutschen Städte, die eine Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt ohne kommunale Unterstützung unterhalten können“, unterstrich der Stadtmarketing-Geschäftsführer.
Das nächste Themenjahr kündigte er für 2016 an. Als erste Mottovorschläge benannte er „Burgdorf bewegt sich“, „Burgdorf entdecken“ und „Burgdorf l(i)ebt Musik“.
Nach einem vortragsbedingten Wechsel in die KulturWerkStadt stellten Rechtsanwältin Nicole Busse und Steuerberaterin Annette Wolff „Wirtschaftsmediation“ als ein Verfahren zur unparteiischen Beilegung von Konfliktfällen ohne juristische Mittel vor. Beide Frauen gehören dem Arbeitskreis „Mediation“ an, den sieben Mediatoren aus Burgdorf und Lehrte Anfang des Jahres gründeten. Sie erläuterten anhand eines Beispiels aus ihrem Mediatorenalltag, welche Vorteile es mit sich bringt, im Streitfall einen für die jeweiligen Parteien erfolgsungewissen, von erheblichen Kosten begleiteten Gerichtsprozess zu umgehen und einen Mediator einzuschalten. Dessen Aufgabe als unabhängiger Vermittler ist es, „einen konsensfähigen und von den Beteiligten eigenverantwortlich angebahnten Ausgleich der Interessen zu verankern“, erklärten die beiden Mediatorinnen. Voraussetzung des fünfstufigen Mediationsverfahrens sei der vorhandene Einigungswille und die Bereitschaft, einen ergebnisoffenen Dialog auf Augenhöhe zu führen.

Gewerbepark Nordwest
Der Rückkehr in die Landbäckerei Bosselmann folgte ein Bericht des Bürgermeisters Alfred Baxmann über die aktuelle Entwicklung des Gewerbeparks Nordwest. „Wir haben für den zweiten Bauabschnitt das Bauleitverfahren in die politischen Gremien überwiesen. Das nächste sich anschließende und von uns schon erworbene Gebiet muss also zügig erschlossen werden, um den zukünftigen Bedarf an Gewerbegrundstücken langfristig bedienen zu können“, betonte der Bürgermeister. Die Vermarktung des ersten Bauabschnittes befinde sich bereits vor dem Abschluss, erklärte Baxmann. Er bekundete, dass die Stadt „von dem Einstieg der Grundstücksgesellschaft Flatt und Ebel, die einen Baumarkt errichtet, wichtige Impulse für die gesamte Entwicklung des Gewerbegebietes erwartet.“ Die Ansiedlung weiterer neuer Unternehmen stehe bereits fest. Er deutete an, dass sich die Filiale einer Fast-Food-Kette auf dem Areal niederlassen könnte. Dabei leiste sich die Stadt aber auch den „Luxus, Kaufinteressenten, die nicht in die Gesamtkonzeption passen, abzuweisen“. „Bei der Entwicklung eines Gewerbegebietes am Rande der Stadt müssen wir ausschließen, dass dadurch ein negativer Einfluss auf die Wirtschaftsstruktur der Innenstadt ausgeht“, versicherte Baxmann zum Ausklang seiner Ausführungen.