"Wir leben unseren Lebensstil auf eure Kosten!"

Die 300 Schüler/innen am Gymnasium Uetze zeigten sich interessiert an dem Projekt REdUSE.
 
Jonas Laß erklärte eindrucksvoll, wie sich der Ressourcenumgang auf unser Leben auswirken kann.

Multivision e.V. klärt im Gymnasium Uetze über den Umgang mit Ressourcen auf

UETZE (dno). "Wir haben am 2. August 2017 schon alle natürlichen Ressourcen aufgebraucht, die eigentlich bis zum 31. Dezember 2017 reichen sollten", erklärt Jonas Laß vom Verein Multivision, "An diesem Earth Overshoot Day stellt die Erde jedem von uns eine Rechnung aus", erklärt Laß, "Nun sammeln wir mit jedem Tag ein größeres Defizit an, indem wir die schon lange bestehenden Ressourcenbestände abbauen. Wir überschreiten (engl. Overshoot) den uns gegebenen Rahmen und greifen auf die Reserven der Erde zurück. Dass diese Rechnung nicht ewig aufgehen wird, ist klar!"
Etwa 300 Schüler/innen der 5. bis 10. Klasse des Gymnasiums Unter den Eichen in Uetze lauschten in der Agora dem Vortrag des Multivision e.V. . Der gemeinnützige Verein hat sich zum Ziel gesetzt, die politische und gesellschaftliche Bildung, Aufklärung und Erziehung von Jugendlichen zu fördern. Dazu konzipieren und organisieren sie
Schulbildungsveranstaltungen zu gesellschaftlich relevanten Themen, wie beispielsweise Ökologie und Umweltbildung. Seit November 2015 tourt die bundesweite Bildungskampagne REdUSE für drei Jahre durch 2.000 weiterführende Schulen und besucht rund 500.000 Schüler/innen.
Die UNESCO-zertifizierte Multivision gewährt einen kritischen Blick auf den Umgang mit den Ressourcen der Erde und ist eine von 54 anerkannten Maßnahmen zur UN Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und damit einer der größten deutschen Akteure der Nachhaltigkeitsbildung.
Hintergrund ist, dass der Rohstoffverbrauch in Deutschland und weltweit weiter zunimmt. Fast sämtliche natürliche Ressourcen sind übernutzt, ihre Vorkommen drohen zu erschöpfen. Um den künftigen Generationen die materiellen und ökologischen Grundlagen zu erhalten, ist ein nachhaltiger Umgang mit unseren Ressourcen unausweichlich.
"Unser Wohlstand und unser Lebensstandard sind in höchstem Maße von nachwachsenden und nicht nachwachsenden Ressourcen sowie vom Zugang zu sauberem Wasser und Energie abhängig. Viele Ressourcen sind bei steigender Nachfrage aber heute schon übernutzt – in Europa und weltweit", schildert Laß. Neben der Problematik der Verfügbarkeit verschiedener Ressourcen gibt es viele ökologische und soziale Aspekte zu berücksichtigen. Europas Industrie und seine moderne Informationsgesellschaft verbrauchen enorme Mengen an nicht erneuerbaren Ressourcen wie beispielsweise Erze, Mineralien und seltene Erden. Sie sind abhängig vom Abbau und der Belieferung von Ressourcen aus anderen Ländern.
"Damit Ressourcen gerechter verteilt werden und wir trotzdem weiterhin gut und glücklich auf unserem Planeten leben können, muss unser Lebensstil nachhaltiger werden", erklärte er den Schüler/innen. Die Gymnasiasten zeigten sich darüber erstaunt, dass die „Ressourcenfrage“ eine der größten Herausforderungen unserer Zeit ist. "Das habe ich so noch nicht gesehen", so eine Schülerin erstaunt.
"Die Frage, wie gerade hier nachhaltig und möglichst ohne Abhängigkeit gewirtschaftet werden kann, ist von zentraler Bedeutung. Gerade ihr nutzt modernste Informationstechnik und tauscht rasch die „alten“ durch neue Geräte aus. Ihr seid als Nutzer auf eine zukunftsfähige Rohstoffpolitik und bessere Recyclingmöglichkeiten angewiesen", so Laß zu den Schüler/innen.