Wie sieht die St. Nikolaus-Pfarrgemeinde im Jahr 2025 aus?

Gertrud Kluger, langjähriges Kirchenvorstandsmitglied, erläutert dem Plenum ihre Gedanken über eine künftige „Kirche vor Ort“. (Foto: Wolfgang Obst)

Klausurtagung des Pfarrgemeinderates und Kirchenvorstandes

BURGDORF (r/jk). Zu ihrer jährlichen Klausurtagung trafen sich die neugewählten Mitglieder des Kirchenvorstandes (KV) und des Pfarrgemeinderates (PGR) der katholischen St. Nikolaus-Pfarrgemeinde Burgdorf am vergangenen Wochenende im Ursulinen-Kloster von Duderstadt.
Ganz herzlich begrüßt wurden im Kreis der Neuen vor allem Daniel Drieschner und Kyra Rutzen. Beide, noch im jugendlichen Alter, werden im KV und im PGR nicht die „Leisen“ sein. Das hat das Engagement der beiden mit ihren Beiträgen an diesem Wochenende schon zu Tage gefördert. Neben dem Kennenlernen der neugewählten Gremien stand das Thema „Wie sieht unsere Pfarrgemeinde im Jahr 2025 aus?“ auf der Agenda, das Gemeindereferent Stefan Horn für das Wochenende sehr gut vorbereitet hatte.
Schon seit längerem beschäftigt sich ein Arbeitskreis unter der Federführung von Ulrich Ensinger mit der Thematik der „Lokalen Kirchenentwicklung“. In der sehr ausführlich geführten Debatte um dieses Thema wurde sehr schnell deutlich, dass lokale Kirchenentwicklung ein bewusst gestalteter Prozess der Gemeinde in gemeinsamer Verantwortung von Hauptamtlichen und engagierten Gemeindemitgliedern sein muss. Also ein Prozess unter Einbeziehung „aller“. Zudem soll und muss eine neue Kultur des „Kirchensein“ entstehen, bei der es gilt, Stärken und Schwächen der Gemeinde herauszufinden. Vor dem Hintergrund immer weniger Priester wird es im kommenden Jahrzehnt zu starken Veränderungen der derzeitig noch bestehenden Pfarreien kommen. Dafür gilt es gerüstet zu sein. Es bedeutet aber zugleich auch, Ängste und Vorurteile der Gemeinde ernst zu nehmen und auf sie einzugehen. Ein solcher Veränderungsprozess bedeutet nicht, dass die Kirchorte wie Burgdorf, Hänigsen und Uetze an Bedeutung verlieren werden. Im Gegenteil! Lokale Kirchenentwicklung betont sehr deutlich, dass die „Kirche im Dorf bleiben muss“. Die Lebendigkeit einer Gemeinde kann nur mit den vorhandenen Talenten vor Ort gelebt werden. Dieses war einhellige Auffassung der sehr engagiert geführten Diskussion.
Kritisch wurde von den Gremien angemerkt, dass seit zehn Jahren keine Ausbildung mehr zu Gemeindereferenten bzw.- Referentinnen erfolgt sei. Vor dem finanziellen Hintergrund hat das Bistum Hildesheim, diesen für die Gremien nicht nachvollziehbaren Schritt, gewählt. Kritisiert wurde zudem auch, die ständige Verlagerung von Gemeindeaufgaben an Ehrenamtliche. Engagierte Gemeindemitglieder zu finden, ist wie in vielen Vereinen und Organisationen in den vergangenen Jahren im schwieriger geworden, so auch in den Kirchengemeinden. Der Schritt weg von mehr Hauptamtlichen zu mehr Ehrenamtlichen, um Kosten einzusparen, ist der Weg in die falsche Richtung, so die übereinstimmende Auffassung des Burgdorfer Kirchenvorstandes und Pfarrgemeinderates.