„Wie schmeckt das Mittelalter?“

Mittelalterliche Tafelfreuden gab es nur für die höheren Stände. (Foto: VVV)

Führung durch die beiden Mittelalterausstellungen am 5. Februar

BURGDORF (r/jk). Im Stadtmuseum (Schmiedestraße 6) sind die Besucher bis zum 26. März zu einer Zeitreise in das Mittelalter eingeladen. Der VVV, der Förderverein Stadtmuseum und die Stadt Burgdorf präsentieren als gemeinsame Gastgeber die beiden Ausstellungen „Klosterküche und Haferbrei - Esskultur im Mittelalter“ (Erdgeschoss) und „Magie und Aberglaube im Mittelalter“ (Obergeschoss).
Am Sonntag, 5. Februar, veranstalten die Gastgeber eine Sonderführung durch beide Ausstellungen mit Museumspädagogin Anke Gehrke. Die kostenlose Führung beginnt um 14.30 Uhr. Im Rahmen der Führung erhalten die Teilnahme wissenswerte Einblicke in die Esskultur des Mittelalters. So bereiteten die einfachen Menschen ohne Hilfsmittel, wie z.B. Pfannen oder Mörser, ihr Essen in einem Kessel zu, der in der Mitte des Wohnraums auf einer offenen Feuerstelle stand, die gleichzeitig als Heizung diente. Nur in wohlhabenderen Familien war die Küche ab dem 10. Jahrhundert in einem separaten Raum untergebracht. In den Klöstern und an Adelshöfen gab es riesige Küchenräumlichkeiten mit einfachen Geräten für die Essenszubereitung.
Ein weiteres Führungsthema sind die vom jeweiligen sozialen Stand abhängigen mittelalterlichen Ernährungsgewohnheiten. Der Verzehr von Gemüse, das beim Adel als minderwertig galt, beschränkte sich auf die Landbevölkerung. Dessen durch häufige Hungersnöte noch weiter eingeschränkte Speiseplan war sehr eintönig und umfasste in der Hauptsache Haferbrei, Rüben, Kohl und Bohnen. Fleisch und Fisch wiederum gehörten zu den Hauptmahlzeiten des Adels. Stark gewürzte Speisen galten als Statussymbol, da sich nur das gehobene Bürgertum und der Adel den Kauf teuer importierter exotischer Gewürze leisten konnten.
Mit einem Streifzug durch die magische Gedankenwelt des Mittelalters geht die Führung weiter. Dabei erfahren die Besucher, welche abergläubischen Rituale und okkulten Praktiken die Menschen in dieser Zeit des Glaubens an Geister, Hexen, Drachen und Dämonen anwendeten, um Krankheiten und Unglücksfälle von sich abzuwenden. Dazu bedienten sie sich der Astrologie und der Alchemie, des Analogiezaubers, der schwarzen und weißen Magie oder nutzten Amulette und die scheinbar mit Steinen und Pflanzen verbundenen Heilkräfte.