Wie sahen die Essgewohnheiten im Mittelalter aus?

Sonderführung im Stadtmuseum am 18. März

BURGDORF (r/jk). Nach der hervorragenden Resonanz auf die ersten beiden Führungen veranstalten der VVV, der Förderverein Stadtmuseum und die Stadt Burgdorf am Samstag, 18. März, eine abschließende Sonderführung durch die beiden Ausstellungen „Klosterküche und Haferbrei - Esskultur im Mittelalter“ (Erdgeschoss) und „Magie und Aberglaube im Mittelalter“ (Obergeschoss).
Museumspädagogin Anke Gehrke leitet den kostenlosen Rundgang, der um 14.30 Uhr beginnt. Noch bis zum 26. März sind die Besucher des Stadtmuseums (Schmiedestraße 6) zu der Zeitreise in das Mittelalter eingeladen.
Im Rahmen der Führung gibt es interessante Einblicke in die Esskultur des Mittelalters. Nur in Adelshäusern, Klöstern oder bei reichen Bürgerfamilien stand für die Küche ab dem 10. Jahrhundert ein eigener Raum zur Verfügung. Dagegen mussten die einfachen Bauern ihr Essen ohne Hilfsmittel in einem Kessel zubereiten, der in der Mitte des Wohnraums auf einer offenen Feuerstelle stand, die die Menschen auch als Heizung nutzten.
Im Fokus stehen auch die mittelalterlichen Ernährungsgewohnheiten, die sehr stark von der Standeszugehörigkeit abhingen. Der Verzehr von Gemüse blieb auf die Landbevölkerung beschränkt und galt in vornehmen Kreisen als verpönt. Fleisch und Fisch wiederum gehörten zu den Hauptmahlzeiten des Adels. Der Speiseplan der Landbevölkerung war wenig abwechslungsreich und umfasste in der Hauptsache Haferbrei, Rüben, Kohl und Bohnen. Stark gewürzte Speisen zählten zu den Statussymbolen, da nur das gehobene Bürgertum und der Adel den finanziellen Spielraum für den Kauf teuer importierter exotischer Gewürze hatten.
Die Führung wendet sich zudem der magischen Gedankenwelt des Mittelalters zu. Dabei geht es um die abergläubischen Rituale und okkulten Praktiken, die die Menschen dieser Zeitepoche in dem Glauben anwendeten, Krankheiten und Unglücksfälle dadurch verhüten zu können.