Wie fühlt sich Demenz eigentlich an?

Der Demenz-Parcour schafft Einblicke in die täglichen Alltags-Hürden, mit denen ein an Demenz Erkrankter umgehen muss.

Demenz-Parcour stellt Alltagssituationen nach

VON DANA NOLL

BURGWEDEL. Für etwa 1,6 Millionen Menschen bundesweit ist es traurige Gewissheit. Mit Demenz zu leben bedeutet, sich von seinem normalen und gewohnten Alltag zu verabschieden. Doch, wie fühlt es sich an, eine Bluse nicht mehr zuknöpfen zu können oder vergeblich zu versuchen, das Essen auf den Löffel zu bekommen?
Mit einer Demenz gelingen oft alltägliche Aufgaben nicht mehr und leichte Dinge fallen auf einmal schwer. Kognitive Leistungen können stark schwanken und Handlungen wie Anziehen oder Waschen werden aufgrund der zunehmenden Koordinationsprobleme immer schwieriger. Selbst so alltägliche Dinge wie die Nahrungsaufnahme gestalten sich für Menschen mit einer Demenzerkrankung schwierig. Eine durch die Erkrankung veränderte Sinneswahrnehmung führt dazu, dass Betroffene schlechter sehen, tasten und fühlen können.
Der Demenz-Parcour schafft Einblicke in die für gesunde oder nicht betroffene Menschen oft schwer verständliche Krankheit. Im Rahmen der Woche der Demenz in Burgwedel wurden in der Seniorenbegegnungsstätte verschiedene Stationen aufgebaut, die alltägliche Situationen simulieren sollten. Vom Frühstück und Anziehen über Autofahren und Mittagessen bis hin zum Abschluss des Tages mussten mit Hilfe von Requisiten und Schaukästen Aufgaben bewältigt werden.
Dazu zählte beispielsweise mit dicken Handschuhen eine Kittelschürze anzuziehen und zuzuknöpfen oder auch auf einen aufgemalten Teller kleine, bunte Papierkugeln mit Hilfe von Besteck zu schaufeln. Dies wurde noch erschwert, da man nur durch einen Spiegel schauen durfte, der sich im Schaukasten befand und so die jeweilige Situation meistern musste. „Die Wahrnehmung ist total verzerrt“, befand eine Besucherin.
Diese Reaktion ist Alfred Rautenberg, Alzheimer Gesellschaft Hannover e.V., "bekannt". "Es zeigt, wie an Demenz Erkrankte normale Alltagssituationen wahrnehmen. Es ist eigentlich unmöglich diese Aufgaben zu lösen. Die Besucher werden bald merken, dass es eigentlich gar nicht funktionieren kann. Der Parcour schafft es, dass sie sich besser in die Lage von Alzheimerpatienten hineinversetzen können.“