VVV und die Stadt bereiten Ausstellung „Flüchtlinge und Vertriebene in Burgdorf“ vor

Eine Flüchtlingsunterkunft in Drei Eichen nach dem zweiten Weltkrieg. (Foto: VVV)

Wer hat Exponate aus dem Umfeld der Burgdorfer Heimatvertriebenen?

BURGDORF (r/jk). Als Folge des Zweiten Weltkrieges entstand eine beispiellose Fluchtbewegung in den östlichen Teilen Deutschlands. Vor den unaufhaltsam vorrückenden Truppen der Roten Armee flüchteten hunderttausende Deutsche in den letzten Kriegswochen in die Westgebiete Deutschlands und mussten ihre Heimat für immer hinter sich lassen. Nach Kriegsende begann die rigorose Vertreibung der Deutschen aus Ost-, Mittel- und Südosteuropa. Meist nur mit einem kleinen Handwagen, einem Rucksack und einem Holzkoffer mit eilig zusammengepackten Habseligkeiten ausgestattet, brachen die Flüchtlinge und Vertriebenen zu einer wochen- oder monatelangen entbehrungsreichen Odyssee auf. Hunger, Kälte und Krankheiten waren die ständigen Begleiter, die Hunderttausende in den Tod rissen. Viele Familienangehörige verloren sich aus den Augen und sahen sich manchmal erst nach Jahren oder niemals wieder.
In Burgdorf trafen die ersten Kriegsflüchtlinge 1943 ein und lösten größere Unterbringungsprobleme aus, die sich im März 1945 durch eine neue Flüchtlingswelle noch verschärften. In der Nachkriegszeit folgten die Vertriebenen aus Schlesien, dem Sudetenland und aus Ostpreußen. An das wechselvolle Schicksal der in Burgdorf eine neue Heimat suchenden oder vorübergehend gestrandeten Menschen erinnert die Ausstellung „Flüchtlinge und Vertriebene in der Nachkriegszeit in Burgdorf“, die der VVV und die Stadt Burgdorf für das Frühjahr 2013 im Stadtmuseum (Schmiedestraße 6) vorbereiten.
Eine Projektgruppe hat bereits mit der Organisation der Schau begonnen und ist auf der Suche nach Exponaten aus dieser Zeit. Dazu zählen Handwagen, Kleiderkarten, Tabakschneidemaschinen, Essgeschirr, zeitgenössische Zeitungen, Gegenstände der Schulspeisung, Destilliergeräte und ähnliches. Betroffene Zeitzeugen oder deren Verwandte, in deren Besitz sich typische Begleitgegenstände der Vertriebenen befinden, werden gebeten, sich bei der VVV-Geschäftsstelle, Braunschweiger Straße 2, Tel. 05136/1862, zu melden.