Vortrag über das Burgdorfer DP-Lager

Veranstaltung der Reihe „Erzählcafe in Benefizz“

BURGDORF (r/bs). Von 1945 bis 1950 bestand in Burgdorf ein Lager für Menschen, die als displaced persons (DP) bezeichnet wurden, als „ortlose“, als verschleppte Menschen.
Es handelte sich um mehrere Hundert Personen, die während der Nazi-Zeit in Deutschland Zwangsarbeit leisten mussten. Viele von ihnen stammten aus Russland, aus Polen und aus der Ukraine. In ihrer Heimat hatten sie Repressalien zu befürchten, weil sie als Kollaborateure der deutschen Besatzungsmacht angesehen wurden. Viele von ihnen sind in westliche Länder ausgewandert. Einige sind in Burgdorf heimisch geworden und haben hier geheiratet.
In der Reihe „Erzählcafe in Benefizz“ wird Harald Scherdin-Wendlandt über das Schicksal der ehemaligen Zwangsarbeiter berichten. Sein aus der Ukraine stammender Vater war Insasse von Ohio. Er ist nach Australien ausgewandert. Nach 32 Jahren hat ihn dort sein Sohn wieder gefunden. Harald Scherdin-Wendlandt ist in Burgdorf aufgewachsen. Heute arbeitet er in Berlin als Psychotherapeut.
Am Dienstag, den 4. September laden der Verein Benefizz, Gutes leben und der Arbeitskreis Gedenkweg 9. November zu einem Abend ein, der unter dem Thema „Ohio – das Burgdorfer DP - Lager“ steht. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr im Benefizz-Laden Hannoversche Neustadt 8.