Vorträge und Workshops zum Thema Demenz

Informationsabend zum Auftakt der Veranstaltungsreihe

BURGDORF (r/bs). Im Jahr 2011 hat der Förderkreis für Burgdorfer Senioren e.V. mit dem Aktivpark am Schloss ein Projekt realisiert, das für Senioren entworfen wurde, das sich aber als ein generationsübergreifendes Angebot bewährt hat. Die Geräte im Aktivpark werden von Jung und Alt genutzt. Das Motto „Bewegung an frischer Luft schenkt Lebensfreude, Gesundheit und Wohlbefinden“ lockt viele Menschen in den Stadtpark.
Im Jahr 2012 wird der Förderverein einen ganz anderen Schwerpunkt setzen und die Alterserkrankung in den Blick nehmen, die viele Menschen betrifft oder doch betreffen kann. Zusammen mit der Hospiz-Stiftung im Kirchenkreis Burgdorf werden im Februar und März Veranstaltungen zum Thema Demenz angeboten. Damit wird ein Thema aufgegriffen, das zunehmend viele Menschen beunruhigt. Denn Demenz ist ein gesellschaftlicher Riese. Mehr als 1,4 Millionen Menschen in Deutschland sind an Demenz erkrankt.
Der Verlust des Erinnerungsvermögens ruft oft Angst und Irritation hervor. In den Medien wird häufig ein Bild seelen- und freudloser Kranker gezeichnet. Unsicherheit und Tabuisierung belasten nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch die Angehörigen. Die weitaus meisten der Erkrankten werden zuhause versorgt und gepflegt. Eine Versorgung aller Erkrankten in Pflegeheimen wäre schon aus Kostengründen nicht möglich. Die pflegenden Angehörigen sind „Deutschlands größter Pflegedienst“.
Mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz und knappe Pflegeressourcen führen sie oft an ihre seelischen und körperlichen Grenzen. Das Leben mit Demenz könnte aber auch Chancen und Freude bieten, wenn Betroffene und Angehörige einen angemessenen Umgang mit der Krankheit lernen und hilfreiche Entlastung erfahren würden.
In Burgdorf und Umgebung bietet der ambulante Hospiz-Dienst den betroffenen Menschen und ihren Angehörigen kompetente Unterstützung an.
Den Auftakt der Veranstaltungen bildet ein Informationsabend, der am 22. Februar 2012 von 19.00 Uhr bis 21.00 Uhr im Kirchenzentrum der Paulus-Gemeinde Berliner Ring 17 stattfinden wird. Medizinische Aspekte wird Professor Dr. med. Klaus Hager darstellen. Er ist Chefarzt der Klinik für Medizinische Rehabilitation und Geriatrie des Henriettenstiftes Hannover. In der Klinik ist Diplom-Pädagogin Magdalene Kenklies als Leiterin der Gedächtnissprechstunde tätig. Sie wird zu den Gesichtspunkten Diagnose, Betreuung und Hilfsangebote sprechen. Zwei pflegende Angehörige der Alzheimer-Gesellschaft Hannover werden von ihren Erfahrungen berichten. Im Anschluss an die Kurz-Referate wird im Rahmen einer Podiumsdiskussion Gelegenheit zu Rückfragen gegeben sein.
Zur Vertiefung und intensiveren Beschäftigung mit dem Thema werden zwei Workshops angeboten. Der erste Workshop richtet sich an pflegende Angehörige und an ehrenamtliche Helferinnen des ambulanten Hospizdienstes. Fragen nach dem angemessenen Verhalten gegenüber den Kranken und nach Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten werden im Mittelpunkt stehen.
Als Referentinnen werden Teresia Urbons vom Gesprächskreis für pflegende Angehörige von demenziell Erkrankten in Burgdorf und Birgit Jaster vom Vorstand der Alzheimer-Gesellschaft Hannover mitwirken. Dieser Workshop umfasst zwei Samstage: 3. März 2012 und 10. März 2012 jeweils von 9.30 Uhr bis 13.00 Uhr.
Der zweite Workshop ist für Interessierte und Betroffene konzipiert. Über den derzeitigen Stand der Früherkennung und über aktuelle medizinische Möglichkeiten wird die Leiterin der Gedächtnissprechstunde an der Klinik für Medizinische Rehabilitation und Geriatrie Diplom-Pädagogin Magdalene Kenklies berichten und für weiterführende Gespräche zur Verfügung stehen. Dieser Workshop wird am Samstag, dem 17. März 2012 von 9.30 bis 13.00 Uhr durchgeführt.
Die Workshops finden statt im Rahmen des gerade gegründeten Burgdorfer Mehrgenerationen-Hauses in der Gartenstraße 28. Die Moderation liegt in Händen der Diplom-Pädagogen Barbara und Hartwig Laack. Ein gemeinsamer Imbiss wird jeweils den Abschluss der Samstag-Veranstaltungen bilden. Die Teilnahmegebühr für Workshop I beträgt 20 Euro, die für Workshop II 10 Euro. Um einen intensiven Austausch zu gewährleisten, ist die Teilnehmerzahl begrenzt. Anmeldungen sind im Rahmen der Informationsveranstaltung am 22. Februar möglich oder per Brief an Hartwig Laack Ginsterweg 7a in Burgdorf beziehungsweise per Mail (laack5@htp-tel.de).