Vorbereitungen für Schützenfest angelaufen

Bei den Ehrungen für langjährige Mitglieder bekamen Lothar Fricke für 60-jährige Mitgliedschaft sowie Monika Meyer und Bernd Löwenherz für 50-jährige Mitgliedschaft Urkunden und Nadeln überreicht. (Foto: st)
 
Schützenchef Jörg Hoppe und Burgdorfs Bürgermeister Alfred Baxmann freuen sich auf eine gemeinsame Zusammenarbeit zum Schützenfest. (Foto: st)

Schützenwesen ist immaterielles Kulturerbe in Deutschland

BURGDORF (st). Schon traditionell veranstaltet die Burgdorfer Schützengesellschaft von 1593 e.V. in einem Jahr zwei Jahreshauptversammlungen für seine Mitglieder um Informationen mitzuteilen, aber die Schützen auch zur Mitsprache aufzufordern. Der 1. Vorsitzende Jörg Hoppe leitete die Maiversammlung, die neben dem Kassenbericht und dem Halbjahresbericht der Schießsportleiterin auch das Volks- und Schützenfest zum Thema hatte.
Hoppe berichtete von einem ereignisreichen Halbjahr seit der letzten Versammlung im November. In naher Zukunft wird die Schießanlage aufgrund von Auflagen eine Abluftanlage bekommen müssen und die Planungen für einen elektronischen Schießstand laufen bereits, sind aber wegen hoher Kosten noch nicht aktuell. Das Schützenstübchen wurde modernisiert und steht für den Spielmannszug zur Verfügung. Einige Überlegungen wurden schon im Hinblick auf das 425-jährige Jubiläum der Burgdorfer Schützengesellschaft im Jahr 2018 angestellt und ein Ausschuss für die Organisation gebildet.
Hoppe begann seinen Bericht aber mit dem Hinweis auf die Deutsche Unesco-Kommission, die Kultusministerkonferenz und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die in 2016 das Schützenwesen als Immaterielles Kulturerbe ausgezeichnet hat. Die Begründung dazu ist, dass das Schützenwesen vielerorts ein wichtiger, historisch gewachsener und lebendiger Teil des regionalen und lokalen Lebens ist. Es umfasst eine große Anzahl von Bräuchen und Traditionen, die in Deutschland in zahlreichen unterschiedlichen Erscheinungsformen verbreitet sind. Bekanntester und wesentlicher Ausdrucks des Schützenwesens ist das Schützenfest, das von Ort zu Ort und Verein zu Verein unterschiedlich gefeiert wird. Das wird in jedem Jahr im Umkreis von Burgdorf deutlich, wenn die Feste und ihre Facetten betrachtet werden können.
Die deutschen Schützenvereine sind aufgefordert, selbstbewusst diesen Brauch und die Tradition nach außen zu tragen. „Das tun wir schon seit Jahren“, berichtete Hoppe. „Diese Auszeichnung zeigt uns allen, wie hoch angesiedelt unser Schützenwesen in Deutschland ist. Deswegen haben wir uns auch dazu entschlossen, einen Hinweis in Form eines Schildes am Eingang zum Schützenheim anzubringen“, fuhr der 1. Vorsitzende fort. „Jetzt müssen wir weiterhin dafür sorgen, dass wir unseren Stellenwert in unserer Heimatstadt Burgdorf weiterhin pflegen und nach Möglichkeit noch weiter nach vorne bringen und ausbauen. In
immer schwerer werdenden Zeiten sind wir mehr und mehr auf die Hilfe der Burgdorfer Wirtschaft, wie auch auf die Hilfe der Kommune, angewiesen. Ehrenamtliche Arbeit wird gerade in Burgdorf groß geschrieben und unsere Politiker loben uns dafür auch. Wenn es dann aber um Anträge geht, gibt es leider immer wieder eine Gebührenordnung, die uns das eine oder andere Mal mit dem Kopfschütteln gar nicht aufhören lässt“, ließ Hoppe auch kritische Worte folgen.
Bürgermeister Alfred Baxmann, der als Mitglied in der Versammlung für 20-jährige Mitgliedschaft geehrt wurde, sprach in seinen Grußworten davon, das die Schützen von ihrem gesellschaftlichen Leben profitieren und lobte das bewährte System der Zusammenarbeit bei den Großveranstaltungen wie dem Schützenfest. Schon seit 2012 gibt es eine Sicherheitspartnerschaft zwischen den Schützen, der Polizei und der Stadt.
Cord-Christian Hansen als Kassenwart gab zu Protokoll, dass die Liquidität der Burgdorfer Schützengesellschaft im Jahr 2016 jederzeit gewährleistet war und die wirtschaftlichen Verhältnisse trotz der im vergangenen Jahr durchgeführten energetischen Sanierung des Schützenheimes als geordnet bezeichnet werden können.
Schießsportleiterin Silke Hartung gab dann Einblicke in das sportliche Leben im Verein und berichtete von guten Ergebnissen im Frühjahr. Bei der Ehrung für langjährige Mitgliedschaft im Schützenverein wurden Friedrich Wilhelm Fehling und Lothar Fricke für 60-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. 50 Jahre im Verein sind Lieselotte Koscielski, Monika Meyer, Bernd Löwenherz, Friedrich Wilhelm Lewandowski und Friedrich Schumacher.
Einen wichtigen Tagesordnungspunkt nahm die Vorbereitungen auf das Volks- und Schützenfest 2017 ein. Das größte Burgdorfer Fest wird in diesem Jahr vom 22. bis 25. Juni, wie immer auf dem Burgdorfer Schützenplatz, durchgeführt. Der Kindernachmittag am Donnerstag wird in diesem Jahr von der Kinder- und Jugendfeuerwehr Burgdorf ausgerichtet. Die Schützen freuen sich auf ihr Volksfest und versprechen mit kleinen Änderungen, aber mit dem traditionellen Verlauf des Festes, wieder eine Attraktion für alle Burgdorfer Bürger zu schaffen, obwohl die Festplatzbestückung mit attraktiven Fahrgeschäften immer schwieriger wird. Die Schausteller sind mittlerweile sehr wählerisch und fahren nicht mehr zu allen Festen, sondern suchen sich, aufgrund wirtschaftlicher Betrachtungen, die attraktivsten Feste aus.
Mit dem kurzen Hinweis auf das Wintervergnügen im Jubiläumsjahr 2018 als „Save the date“ beendete Jörg Hoppe die diesjährige Maiversammlung, der mehr als 80 Schützenmitglieder beiwohnten.