Vor 110 Jahren begann in Burgdorf die organisierte Wohlfahrtspflege

Schlüsselübergabe für die DRK-Altenbegegnungsstätte an der Wilhelmstraße am 12. Juni 1981: v.l. Helga Bindseil (DRK-Ortsvereinsvorsitzende), Horst Bindseil (Stadtdirektor) und Günter Schröer (Bürgermeister). (Foto: DRK Burgdorf)
 
Die Burgdorfer AWO auf einer Jugendfreizeit. (Foto: AWO Burgdorf)

Ausstellung „BRÜCKEN BAUEN: Miteinander - Füreinander“ in der KulturWerkStadt vom 8. Februar bis 23. März

BURGDORF (r/jk). „BRÜCKEN BAUEN: Miteinander - Füreinander“ lautet der Titel einer neuen Ausstellung in der KulturWerkStadt (Poststraße 2), in deren Mittelpunkt die Burgdorfer Zweige von AWO, Caritas, Diakonie und DRK stehen. Passend zum neuen Themenjahr „Burgdorf: Hier findet Ehrenamt Stadt!“, richtet die Schau die Aufmerksamkeit auf vier Organisationen, die eine tragende Rolle in der Burgdorfer Wohlfahrtspflege einnehmen und von dem überwiegend ehrenamtlichen Einsatz ihrer Mitglieder getragen werden.
Eröffnung am 8. Februar
Die vom VVV, dem Förderverein Stadtmuseum und der Stadt Burgdorf präsentierte Schau zeigt, welchen historischen Entwicklungsweg diese sozialen Einrichtungen nach ihrer Gründung einschlugen und welches Aktivitätsspektrum ihr heutiges Erscheinungsbild prägt. Das Ausstellungsteam besteht aus Christel Hoffmann-Pilgrim, Heidrun Rickert und Anke Gehrke, die in enger Kooperation mit den vorgestellten Einrichtungen die Zusammenstellung übernahmen. Fördernde Unterstützung leistete die Stadtsparkasse Burgdorf. Die Eröffnungsveranstaltung ist am Sonnabend, 8. Februar, um 11.00 Uhr, in der KulturWerkStadt. Bürgermeister Alfred Baxmann führt in die Ausstellung ein.
Aus der Innenperspektive der vier in den Fokus gestellten Wohlfahrtseinrichtungen gewinnen die Ausstellungsbesucher einen breit gefächerten Einblick in deren wichtigste Entwicklungsstadien. Informative Schautafeln und Bilddokumente dokumentieren, wie sich die wahr genommenen Aufgabenfelder im Lauf der Jahre umfassend vervielfältigten bzw. veränderten. Neben der Kernaufgabe der Linderung sozialer Not kamen später alle Bereiche der öffentlichen Fürsorge hinzu.
Diakonie Burgdorf
Als älteste Wohlfahrtsorganisation ist der am 9. Januar 1849 auf Anregung des Pfarrers Johann Hinrich Wichern konstituierte „Central-Ausschuss für die Innere Mission der Deutschen Evangelischen Kirche“ hervorzuheben. Daraus entsprang später das Diakonische Werk. 1969 nahm diese Einrichtung ihre Arbeit im Kirchenkreis Burgdorf auf und gehört seit 2002 zum Diakonieverband Hannover-Land. Das umfangreiche Angebot der Diakonie umfasst in Burgdorf derzeitig die Sucht-, Schuldner-, Jugend- und Migrantenberatung, den Ambulanten Hospizdienst sowie die Jugendwerkstatt in den Drei Eichen und die Tageswohnung für Obdachlose.
DRK Burgdorf
Am 11. November 1866 kam es nach dem Vorbild der von Henry Dunant ins Leben gerufenen Rotkreuzbewegung zur Gründung des Vaterländischen Frauenvereins. 1904 entstand die Ortsgruppe des Frauenvereins in Burgdorf, aus dem sich später der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) entwickelte. Zu dessen Aufgabenbereichen gehörte die Einrichtung von Suppenküchen, die Säuglingspflege, die Tuberkulosefürsorge und die ländliche Krankenbetreuung. Das traditionelle Tätigkeitsprofil der Kranken- und Wohlfahrtspflege unterlag im Verlauf des 20. Jahrhunderts einer weit reichenden Ausdehnung. Dazu zählte auch die 1981 übernommene Trägerschaft der Begegnungsstätte Herbstfreuden und die Gründung eines San-Teams, das sich um die Betreuung von Veranstaltungen kümmert.
Caritas Burgdorf
Der Theologe Lorenz Werthmann begründete den am 9. November 1897 aus der Taufe gehobenen Deutschen Caritasverband und schuf damit eine Zentralinstitution der katholischen Wohlfahrtsverbände. Seit 1962 sind ehrenamtliche Kräfte für die Caritas in Burgdorf tätig, nachdem dies vorher vom Pfarrer und den Pfarreimitarbeitern der St. Nikolaus-Gemeinde übernommen worden war. Handlungsschwerpunkte sind die Betreuung von hilfsbedürftigen und allein stehenden Menschen sowie die Organisation von Frühstückstreffen, Seniorennachmittagen und die Leitung eines Singkreises.
AWO Burgdorf
Die Arbeiterwohlfahrt (AWO), deren Gründung am 13. Dezember 1919 auf einer Initiative der SPD-Politikerin Marie Juchacz beruhte, ist eine der Sozialdemokratie nahe stehende Wohlfahrtsorganisation, die sich im Oktober 1930 auch in Burgdorf etablierte. Neben der allgemeinen Fürsorge hat die AWO hier die Trägerschaft eines Kindergartens übernommen, organisiert Gemeinschaftsfahrten und bietet Beratungssprechstunden sowie ein regelmäßiges Frühstückstreffen an.
Am Sonntag, 9. Februar, sind die Besucher zu einem Ausstellungsrundgang eingeladen, der um 14.30 Uhr beginnt. Die KulturWerkStadt ist sonnabends und sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. In Absprache mit VVV-Geschäftsführer Gerhard Bleich (Tel. 05136 – 1862) sind Führungen auch innerhalb der Woche möglich.