Von der temporeichen Komödie bis hin zu spannendem Nervenkitzel

llusionen einer Ehe mit Alexandra Kamp. (Foto: Theater für Niedersachsen)

Saisonstart am 21. Oktober im Theater am Berliner Ring / Abo-Verkauf geht in den Endspurt

BURGDORF (r/jk). Die theaterfreie Zeit in Burgdorf neigt sich langsam dem Ende zu. Auch der Aboverkauf für das Theater am Berliner Ring geht in die Schlussrunde. Am Freitag, 21. Oktober, startet die neue Gastspielsaison. Wer noch ein attraktives Abo buchen möchte, sollte sich beeilen, da die Nachfrage weiterhin hoch ist. Auf dem Spielplan stehen sechs Aufführungen des Theaters für Niedersachsen (TfN) und erstmals zwei Star-Gastspiele der Komödie am Altstadtmarkt aus Braunschweig. Die erfolgreiche Veranstaltungsreihe zählt seit Jahren zu den kulturellen Anziehungspunkten in Burgdorf und gewinnt permanent neue Theaterbesucher. Ihr Anliegen ist es, Lust aufs Theater zu wecken und einen abwechslungsreichen Spielbetrieb zu bieten, der zum Wiederkommen einlädt.
Über 400 Abonnenten nehmen regelmäßig an den Bühnenabenden teil. Der VVV und die Stadt Burgdorf setzen auch in der neuen Saison auf eine ausgewogene Programmauswahl, die alle Theaterfreunde anspricht. Anhänger des klassischen und Gegenwartsdramas werden dabei ebenso angesprochen wie die Fans leichter Komödien und unterhaltsamer Musicalklänge. Sponsorpartner ist die Stadtsparkasse Burgdorf. Die Aufführungen beginnen jeweils freitags um 20.00 Uhr. Für das Publikum gibt es immer eine halbe Stunde vorher eine kostenlose Einführung in die Bühnenhandlung.
Verkaufsstelle für die neuen Abonnements ist Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, Tel. 05136/1862. Dort erhält jeder Interessent eine ausführliche Beratung. Zur Auswahl stehen vier Kategorien: „MARATHON“ (acht Vorstellungen, Gesamtpreise von 91,00 bis 124,00 Euro), WAHL-ABO (fünf Vorstellungen zur freien Auswahl, Gesamtpreise von 71,00 bis 87,50 Euro) „CLASSICO“ (vier Vorstellungen klassischen Inhalts, Gesamtpreise von 45,50 bis 62,00 Euro) und „LIGHT ACTION“ (vier Bühnenstücke der leichten Muse, Gesamtpreise von 45,50 bis 62,00 Euro). Für VVV-Mitglieder und Jugendliche gibt es im Vorverkauf Ermäßigungen.

Eine hinreißend verrückte Komödie

Mit einem rasanten Auftakt beginnt die neue Spielzeit am 21. Oktober. Zu sehen ist die hinreißend verrückte britische Komödie „Funny Money“ von Ray Cooney, dessen Erfolgskomödien „Taxi, Taxi“ und „Außer Kontrolle“ bereits in Burgdorf zu sehen gewesen waren. Die Hauptperson Henry Perkins verwechselt in der U-Bahn seinen Aktenkoffer mit dem eines Fremden und ist plötzlich Besitzer von 735.000 Pfund. Was macht man mit so viel Geld? Ganz klar: Man macht sich aus dem Staub! Doch so einfach ist das nicht. Schon bald werden Henry und seine Frau in atemberaubendem Tempo von einer Notlüge in die nächste und von einer absurden Situation zur anderen getrieben.

Ein Thriller, der das Gruseln lehrt

Am 25. November folgt ein Star-Gastspiel mit Michaela Schaffrath und Christiane Rücker. Die populären Schauspielerinnen stehen im Mittelpunkt von Peter Colleys Thriller „Gänsehaut oder Ich werde vor Mitternacht zurück sein“. Die packende Bühnenhandlung spielt sich in einem abgeschiedenen Bauernhaus inmitten einer Moorlandschaft ab, in das sich die psychisch kranke Jane Sanderson nach einem Klinikaufenthalt mit ihrem Mann Greg zurückzieht. Der Genesungsprozess der Frau gerät in große Gefahr, als sich schon kurz nach ihrer Ankunft unheimliche, scheinbar unerklärliche Geschehnisse im Umfeld des Hauses abspielen und sie extrem verängstigen. Dafür verantwortlich scheint eine mehrmals wie aus dem Nichts auftauchende mysteriöse Frau zu sein. Wer steckt hinter dem perfiden Plan, die psychisch labile Christine an den Rand des Wahnsinns zu treiben? Steckt die unbekannte Frau mit dem scheinbar so fürsorglichen Ehemann unter einer Decke oder treibt Janes herrische Schwägerin, die plötzlich zu Besuch kommt, ein falsches Spiel? Die Identität des wirklichen Übeltäters erfahren die Zuschauer nach einem spannenden Finale mit garantiertem Gänsehaut-Faktor.

Die Macht der Konventionen

Das Schauspiel „Effi Briest“ (zu sehen am 9. Dezember) beruht auf dem gleichnamigen Roman von Theodor Fontane und prangert die zerstörerische Macht überholter gesellschaftlicher Konventionen Ende des 19. Jahrhunderts an. Im Zentrum der Handlung steht die 17-jährige Effi Briest, die auf Wunsch ihrer Eltern einen 20 Jahre älteren Mann geheiratet hat. Schon nach kurzer Zeit fühlt sie sich von dem emotionslosen und langweiligen Ehegatten abgestoßen und stürzt sich in eine Liebesaffäre mit einem jungen Major. Dies führt zu verhängnisvollen Konsequenzen. Als ihr Mann Jahre später die Liebesbriefe ihres Liebhabers entdeckt, sieht er sich einem überholten Ehrenkodex verhaftet und tötet den Major im Duell. Nach der anschließenden Ehescheidung ist Effi Briest von nun an gesellschaftlich geächtet. Selbst ihre eigenen Eltern lehnen jeden weiteren Kontakt mit ihr ab.

„Das Leben ist ein Cabaret”.

Mit „Cabaret“ steht am 27. Januar 2017 ein Musicalklassiker von John Kander und Fred Ebb auf dem Spielplan. Die Handlung spielt im Berliner Nachtclubmilieu der ausgehenden Zwanziger Jahre: Die Musik ertönt bis in die frühen Morgenstunden, der Champagner fließt in Strömen und die Mädchen sind verführerischer denn je. Glanz, Glamour, Dekadenz und Freizügigkeit haben Hochkonjunktur. In einem dieser Etablissements, dem Kit Kat Club, der als „heißester Club“ der Stadt gilt, trifft der junge amerikanische Schriftsteller Cliff Bradshaw auf die Nachtclub-Sängerin Sally Bowles und verliebt sich in sie. Doch die Zeit scheint nicht geschaffen für eine Beziehung der beiden. Mit dem nahenden Ende der Weimarer Republik und dem Siegeszug der Nazis zerbricht auch die Beziehung Cliffs und Sallys: Während er nach Amerika zurückkehrt, entscheidet sie sich dafür, in Deutschland zu bleiben und in der scheinbar heilen Welt des Cabarets die Realität auszublenden. So verkündet Sally weiterhin allabendlich dem Publikum ihre Lebensmaxime: „Das Leben ist ein Cabaret”. 1966 am New Yorker Broadway uraufgeführt, gewann das Musical acht Tony-Awards. Die Filmversion mit Liza Minnelli zog 1972 mit acht Oscars nach.

„Illusionen einer Ehe“

„Verbrennungen“ lautet der Titel eines Schauspiels von Wajdi Mouawad, mit dem die Spielzeit am 24. Februar 2017 weitergeht. Darin erzählt der frankokanadische Autor Wajdi Mouawad eine aufwühlende und spannende Lebensgeschichte, die dem abstrakten Schrecken des Krieges eine individuelle Dimension verleiht. Dabei gelingt ihm das schwierige Kunststück, das Grausame zu erzählen und sich zugleich einem unverkennbar aufklärerischen Optimismus zu verschreiben. Mit dem Musical „Unfassbar Nah“ von David Shire, Richard Maltby jr. und Steven Scott Smith geht die Spielzeit am 24. März 2017 in die Fortsetzung. In vielen kleinen Geschichten erzählt das Bühnenwerk vom ganz alltäglichen Wahnsinn des Lebens und zeichnet sich in bester Musicalmanier durch feurige Rhythmen, turbulente Wendungen und echte Melancholie aus. „Illusionen einer Ehe“ heißt das Schauspiel von Eric Assous, mit dem am 7. April ein weiteres Star-Gastspiel auf dem Programm steht. Die aus zahlreichen Fernsehfilmen und Serien bekannte Schaupielerin Alexandra Kamp ist in der Hauptrolle zu sehen. Der Autor präsentiert dem Zuschauer eine moderne Tragikomödie über Liebe, Lügen und Eifersucht, die mit ihren feinen Charakterzeichnungen, humorvollen Dialogen und überraschenden Wendungen Unterhaltung auf hohem Niveau garantiert. Mittendrin eine glänzende Alexandra Kamp, die alle Register ihres schauspielerischen Könnens zieht.
Die Spielzeit klingt am 2. Juni mit dem Schauspiel „Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone“ nach dem Roman von Mark Haddon aus. Ein 15-jähriger Asperger-Autist, dem alles Unbekannte panische Angst bereitet, steht im Fokus der Bühnenhandlung. Bei dem Asperger-Syndrom handelt es sich um eine leichtere Form des Autismus, die oft mit der Entwicklung besonderer Begabungen verbunden ist. Als in Christophers Nachbarschaft ein Mordfall geschieht, gerät sein bisheriges Leben komplett aus den Fugen.