Von der Nischenkultur zum Mainstream

Die gut 80 Besucher der KulturWerkStadt wippten an Nierentischen mit Coca-Cola und Salzstangen zum Rock-Livekonzert von Andy Lee. Foto: Georg Bosse (Foto: Georg Bosse)

„Let the good times roll“ in der KulturWerkStadt rockig eröffnet

BURGDORF (gb). Während der Eröffnung der Ausstellung „Let the good times roll – Rock´n´Roll der 1950er Jahre“ stand am vergangenen Freitagabend das Live-Konzert von Andy Lee in der Burgdorfer KulturWerkStadt im Mittelpunkt.
Andy Lee, der leidenschaftliche Pianist, Sänger und Songwriter aus Hannover, hat sich seit vielen Jahren dem Rock´n´ Roll, Rockabilly und Country im Stil von Bill Haley, Chuck Berry, Elvis Presley und Jerry Lee Lewis verschrieben, was er zum Opening der noch bis zum 5. April andauernden Schau mit Stimme und geschwinden Fingern auf dem Piano nachdrücklich unter Beweis stellte. Darüber hinaus hat Andy Lee der Burgdorfer Ausstellung auch Exponate aus seinem privaten Fundus zur Verfügung gestellt.
In den 50er Jahren habe sich aus dem schwarzen Rhythm & Blues der weiße Rock´n´ Roll entwickelt, ließ Bürgermeister Alfred Baxmann seine Sachkenntnis und eigenen musikalischen Ersterlebnisse vor gut 80 „Rockern“ auf Hockern aufblitzen. Mit dem Herüberschwappen der Rock´n´ Roll-Welle aus den Vereinigten Staaten sei die prüde Adenauer-Ära in Deutschland erst richtig aufregend geworden, fuhr Baxmann fort. Und für die Feststellung, dass damals hierzulande Ted Herold oder Conny Froboess & Peter Kraus nur die Fortsetzung des „deutschen Heimatfilms mit anderen Mitteln“ gewesen seien, erntete er zustimmenden Beifall. „Rock´n´Roll war anfangs eine Jugendrebellion und Nischenkultur, die schnell zum Mainstream geworden ist“, sagte Alfred Baxmann. Überdies und obendrein gehören diese „good times“ letztlich auch zu einem Ort, wo „Leben stadtfindet“.