Vom Sudan in den Benefizz-Laden nach Burgdorf

Kalifa Ibrahim Baraka im Benefizz-Laden. Kalifas sehnlichster Wunsch ist, in Burgdorf oder Umgebung Arbeit zu finden. (Foto: Alfred Donner)

Asylbewerber Kalifa Ibrahim Baraka hilft ehrenamtlich

BURGDORF (r/jk). Deutschland wird vielfältiger. Deshalb braucht es Einrichtungen, die beim Ablauf der Integration von Zuwandern mithelfen, durch Begegnung ein förderliches Miteinander, ein Kennenlernen, einen Austausch des Gedankenguts erreichen.
Kalifa Ibrahim Baraka hat durch die Wirren des Krieges in verschiedenen Ländern einen langen Fluchtweg überstanden. Vor 30 Jahren in Al Fasher im Westsudan geboren, floh er aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzungen im eigenen Land zunächst nach Libyen und musste auch dieses Land wegen des einsetzenden Bürgerkriegs im Jahr 2011 verlassen. Mit der Flucht über das Mittelmeer nach Lampedusa in Italien und nach Braunschweig ging die Reise weiter. Seit zwei Jahren lebt Kalifa in Burgdorf und gilt als Härtefall im laufenden Asylverfahren.
Im Sudan beendete er eine Lehre in einem Kleidungsgeschäft. Bis zu seiner Flucht war er auch in diesem beschäftigt. Kalifa ist bemüht, durch Sprachkurse in Burgdorf und zurzeit in Hannover die deutsche Sprache zu erlernen.
Seit einigen Wochen hilft Kalifa Ibrahim Baraka ehrenamtlich im „Benefizz“-Laden des Vereins „Benefizz, Gutes leben“ aus. Als höflich, hilfsbereit, etwas zurückhaltend, aber beliebt, gilt er bei seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Auch bei den Besuchern dieser kirchlichen Einrichtung kommt er gut an. Kalifas sehnlichster Wunsch ist, in Burgdorf oder Umgebung Arbeit zu finden. Auch im Alter von 30 Jahren würde er eine Ausbildung als KFZ-Mechaniker beginnen oder als Verkäufer arbeiten. Er ist motiviert, selbst aktiv, strebsam, hilfsbereit, hat die Schwellenängste überwunden, sucht die Gespräche im Alltag mit den Menschen.
„Kann man einem so liebenswerten Menschen nicht auch einen vernünftigen, bezahlten Arbeitsplatz beschaffen?“, meint Alfred Donner vom Verein „Benefizz“. „Dann wäre die Integration perfekt und ein Zuwanderer hätte es geschafft, ein anerkanntes, eigenständiges, gesellschaftfähiges MItglied in der Bundesrepublik Deutschland zu sein.“