Vom „blonden Dummchen“ zur selbstbewussten Frau

VVV, Förderverein Stadtmuseum und Stadt Burgdorf zeigen ab 4. Mai die kulturgeschichtliche Schau „Busy Girl - Barbie macht Karriere“ im Stadtmuseum. (Foto: VVV)

Stadtmuseum zeigt die Ausstellung „Busy Girl - Barbie macht Karriere

BURGDORF (r/jk). Vom 4. Mai bis 22. Juni präsentieren VVV, Förderverein Stadtmuseum und Stadt Burgdorf die kulturgeschichtliche Schau „Busy Girl - Barbie macht Karriere“ im Stadtmuseum (Schmiedestraße 6). Die Zusammenstellung der Exponate übernahmen die Düsseldorfer Sammlerinnen Karin Schrey und Bettina Dorfmann. Fördernde Unterstützung leistete die Stadtsparkasse Burgdorf. Am Eröffnungstag, Sonntag, 4. Mai, ab 14.00 Uhr laden die beiden Ausstellungsmacherinnen zu einer Führung ein. Im Anschluss haben Besucher die Möglichkeit, den Wert ihrer mitgebrachten älteren Barbie-Puppen schätzen zu lassen.
Die Ausstellung zeigt Barbie als Businessfrau, beruflich orientiert, selbstständig und emanzipiert, geeignet für jeden Traumberuf, vom Model zur Modedesignerin, von der Stewardess zur Astronautin. Auch im modischen Outfit geben sich die Barbie-Puppen ehrgeizig, gebildet und bereit, ihren eigenen Weg zu gehen. Das war nicht immer so: Die erste Barbie-Puppe gab es in blond und brünett, jeweils mit Pferdeschwanz und gelocktem Pony, dabei ziemlich einfältig, unbedarft und weit entfernt von ihrer späteren Position als Symbolfigur einer erfolgreichen berufstätigen Frau. Sie verkörperte makellose Schönheit und entsprach dabei eher männlichen Idealvorstellungen als der Realität. Seit Jahrzehnten gehört sie zum meistverkauften internationalen Kinderspielzeug und verhalf dem amerikanischen Spielzeug-Konzern Mattel als ihrem Urheber zu Jahresumsätzen, die Höhen von bis 3,6 Milliarden Dollar erreichten.
Schon als das Unternehmen am 9. März 1959 die Barbie-Puppe zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentierte, war die neue Puppenfigur kontroversen Diskussionen ausgesetzt. Ihr Name ging auf den Vornamen der Tochter der Mattel-Unternehmenseigentümer Ruth und Elliott Handler zurück. Laut den Kritikern entsprach der Körperbau sowie die Statur und Aufmachung der Barbie-Puppe mehr der männlichen Phantasie als den tatsächlichen Maßen einer Frau und würde somit das Selbstbewusstsein der Mädchen eher vermindern als bestärken.
Dabei ist die Puppe ein perfekter Zeitspiegel und durch die vielen Berufe, die sie seit Jahrzehnten ausübt - Krankenschwester, Ärztin, Pilotin, Meeresbiologin, Paläontologin, Polizistin, Feuerwehrfrau usw. - geeignet, den Wandel weiblicher Lebensbilder von den 1950er Jahren bis heute zu reflektieren. Die Macher orientierten sich bei der Entwicklung neuer Puppenmodelle an den aktuellen Modetrends und am jeweiligen Zeitgeist. So fand seit den 1960er Jahren auch die Emanzipation der Frauen im Berufs- und gesellschaftlichen Leben ihren Niederschlag im Erscheinungsbild der „Barbie“-Figur. Diesen Anpassungsprozess spiegelt die Ausstellung wider. Zu sehen sind zahlreiche detailgetreu aufbereitete Szenen, die den Weg der Barbie-Puppe in die Emanzipation nachzeichnen und ihr Lebens-, Arbeits- und Wohnumfeld abbilden.
Das Stadtmuseum ist sonnabends und sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Gruppenführungen können nach Absprache mit VVV-Geschäftsführer Gerhard Bleich (Tel. 05136/1862) auch in der Woche stattfinden.