Volkstrauertag gedenkt der Gewaltopfer aller Nationen

Flankiert von Abordnungen der Burgdorfer Schützengesellschaft (l.) und dem Feuerwehrmusikzug Burgdorf/Hänigsen (r.) trug Horst Gohla (Mitte) seine Ansprache zum Volkstrauertag vor. Anschließend legten Kameraden der Freiwilligen Ortsfeuerwehr Burgdorf einen Kranz am Mahnmal nieder. Foto: Georg Bosse
Burgdorf: Georg Bosse |

Erinnerungskultur bedeutet Verantwortung vor der Geschichte und für die Zukunft

BURGDORF (gb). Die zentrale Gedenkstunde zum jährlich wiederkehrenden Volkstrauertag wird vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge traditionell im Plenarsaal des Deutschen Bundestages in Berlin veranstaltet. Der Volkstrauertag ist ein so genannter „stiller Tag“ und wird seit 1952 zwei Sonntage vor dem ersten Advent begangen. Er erinnert an die Millionen Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaften aller Nationen. Der Volkstrauertag wurde ans Ende des Jahres gesetzt, das theologisch gesehen mit den Themen Tod, Zeit und Ewigkeit in enger Verbindung steht.
Das Gedenken am jüngsten Volkstrauertag (19. November) war dem Thema „Krieg & Menschenrechte“ gewidmet. In Burgdorf fand die kleine Erinnerungsfeier am Mahnmal im Stadtpark mit einer Ansprache von JohnnyB.-Leiter Horst Gohla und anschließender Kranzniederlegung statt. 
„Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber die Leichtigkeit, mit der sie gemacht wird“, zitierte Gohla den deutschen Journalisten und Aphoristiker Wolfram Weidner (*1925). Als Beispiele nannte er die leichtfertige Aussage des damaligen US-Präsidenten George Bush sen. kurz vor Beginn des ersten Golfkrieges: „ Das Leben geht weiter“. Wirklich? Noch lässiger machte es sein Sohn und Nachfolger im Amt, George W. Bush, als er dem irakischen Diktator Saddam Hussein den Krieg erklärte: „Das Spiel ist aus!“ Das „Spiel“? Und der amtierende Präsident der Vereinigten Staaten, Donald J. Trump, hält es für „Zeitverschwendung“ mit dem kriegszündelnden, nordkoreanischen Gewaltherrscher zu verhandeln.
Angesichts des nicht enden wollenden weltweiten Tötens und der allgegenwärtigen Kriegshandlungen fragte Horst Gohla. „Haben wir uns etwa schon daran gewöhnt?“ Er mahnte, sich vor der Leichtigkeit gegenüber Gewalt zu hüten: „Stumpfen wir nicht ab, sondern bewahren wir den Respekt vor jedem einzelnen Menschen.“
Erinnerungskultur bedeutet Verantwortung vor der Geschichte und für die Zukunft, in der der Fremdenfeindlichkeit, dem Antisemitismus sowie dem Links- und Rechtsextremismus entschieden entgegengetreten werden muss.