"Vielfalt" feiert seinen 1. Geburtstag

Ein buntes Frühlingsfest mit vielfältigen Aktionen für die Kinder.

Traumwetter und viele Besucher beim Frühlingsfest der Flüchtlingshilfe

VON DANA NOLL

RETHMAR/SEHNDE. Sonne satt und einen kleinen Geburtstagskuchen gab es zum ersten Geburtstag des Treffpunkts „Zur Vielfalt“, den der Verein Flüchtlingshilfe Sehnde am 8. April 2017 auf dem Gelände des ehemaligen Bundessortenamtes in Rethmar ins Leben gerufen hat. Viele Aktionen für die Kinder wie Blumentopf basteln und Frühblüher einpflanzen sowie ein großes Buffet mit Grilltheke sorgten für einen bunten Nachmittag für die zahlreichen kleinen und großen Gäste.
Austausch und Beratung bilden weiterhin die Schwerpunkte in der Einrichtung, dennoch ist „Vielfalt“ innerhalb des Jahres in seinem Angebot gewachsen. „Es ist viel passiert“, erzählt die Vorsitzende Ortrud Mall, „Wir hatten ein tolles Herbstfest, bieten jeden ersten Freitag im Monat mit dem Treffpunkt eine Mitmach-Veranstaltung an, es gibt offene Sprechstunden oder Raum für Begegnungen einfach zum Klönen.“ Speziell für junge Mütter mit Kindern unter 3 Jahren gibt es in Kooperation mit der Volkshochschule einen Deutschkurs, bei dem die Kleinen betreut werden, während ihre Mamas unterrichtet werden. Eine gute Einrichtung, denn von den etwa 300 Flüchtlingen, die den Treffpunkt besuchen, sind ein Großteil junge Frauen oder Mütter.
Eine professionelle Beratung in Kooperation mit der Diakonie Land, vertreten durch Imke Fronia und Barbara Gebbe ist an zwei Samstagen, jeweils von 11 Uhr bis 13 Uhr, im Monat vor Ort. An den beiden anderen Samstagen wird die Beratung durch die Flüchtlingshilfe Sehnde abgedeckt.
Auch die nächsten Aktionen stehen schon in den Startlöchern. Noch im April startet das Projekt „Mieterführerschein“ in Rethmar. Hierbei erlernen wohnungssuchende Flüchtlinge in vier Einheiten was man wissen muss, um den Wohnraumwert zu erhalten, nicht mit der Nachbarschaft in Konflikt zu kommen, den Mietvertrag zu verstehen, Ruhezeiten einzuhalten oder beispielsweise Schimmel zu vermeiden – eben Dinge, die bei deutschstämmigen Mietern von den Vermietern als bekannt vorausgesetzt werden.
„Wohnraum ist knapp und für Menschen mit Migrationshintergrund ist es noch schwieriger, Wohnungen zu finden“, erklärt Ortrud Mall. Bereits in Burgdorf konnte diese Aktion Früchte tragen. „Von zehn Teilnehmern, fanden danach fünf mit dem Zertifikat einen Wohnraum“, so Imke Fronia.
„Mittlerweile ist das unser größtes Problem und auch Anliegen. Die Menschen, die anerkannt sind, benötigen Ausbildungs- oder Arbeitsplätze und einen bezahlbaren und großen Wohnraum mit drei-, vier- oder fünf-Zimmer“, so Ortrud Mall. Viel Glück hatte Burhan Hawass. Er hat seinen Führerschein gemacht, einen Mini-Job gefunden und mit Kontakte durch die Flüchtlingshilfe auch eine Wohnung. „Ich bin sehr froh darüber und komme gerne immer mal wieder zum Treffpunkt“, erzählt er.