Viele Kulturprojekte prägen die Aktivitäten im Themenjahr „Burgdorf bewegt sich“

Dramaturgin Cornelia Pook (links) stellt die Schauspielerin Michaela Allendorf vor. (Foto: Joachim Lührs)
 
Schauspielerin Michaela Allendorf (hinten links) berichtet über ihre Schauspielkarriere. (Foto: Joachim Lührs)

Mitgliederversammlung des Vereins für Kunst und Kultur in Burgdorf

BURGDORF (r/bs). „Auch im dritten Jahr seines Bestehens erlebte der Verein für Kunst und Kultur in Burgdorf eine positive Entwicklung“, erläuterte dessen Vorsitzender Gerhard Bleich in der aktuellen Mitgliederversammlung im Veranstaltungszentrum StadtHaus.
„Die Resonanz auf die von uns unterstützten, attraktiven Veranstaltungen war sehr gut“, betonte Bleich. Dafür seien das große ehrenamtliche Engagement der Mitglieder und viele neue Ideen verantwortlich gewesen. Bleich gab in seiner Vorschau auf das laufende Jahr bekannt, dass sich der Verein wieder als Veranstaltungspartner an etlichen größeren Kulturprojekten beteiligen werde.

Zusammenarbeit mit Scena

Die Zusammenarbeit mit Scena – dem Kulturverein im VVV intensivierte sich im vergangenen Jahr. Nähere Informationen kamen von Dr. Meinhard Janssen, Mitglied im Scena-Leitungsteam. „Wir sind inzwischen im Bereich klassische Musik zur Kulturmetropole im Ostkreis Hannover geworden“, lautete seine Einschätzung. „Die Konzertbesucher kommen aus der ganzen Region. Es scheint so, als ob wir hier eine Marktlücke geschlossen haben“, unterstrich Dr. Janssen. So verläuft die neue jeweils vierteilige Konzertreihe „Die vier Jahreszeiten – Barock in Burgdorf“ in der 5. Saison erfolgreich.
Die vor einem Jahr initiierte Konzertreihe „Vis à Vis“ stellt zeitgenössischer Musik des 20. und 21. Jahrhunderts bekannte Werke der Klassik gegenüber und stößt mittlerweile auf großes Interesse. Auch die zehnte Saison der mit der Stadt veranstalteten Schlosskonzerte mit sieben Veranstaltungen im Jahr führt die bisherige Erfolgslinie fort. Dazu kommen noch die Ausstellungen der Reihe „Kunst in der Kapelle“, die Stummfilmmatinée und eine Lesung mit der Burgdorfer Autorin Petra Teske, die am Freitag, 13. Mai, aus ihrem neuen Vampirroman „Blut um Mitternacht“ vorliest.

Straßenmusikfestival bis Burgdorfer Nacht

Bewährte Veranstaltungen, an denen sich der Verein für Kunst und Kultur 2016 beteiligt, sind das von Daniel Fernholz gestaltete 3. Burgdorfer Straßenmusikfestival am 18. Juni auf der Marktstraße, das 2. Kinder- und Jugendkulturfest am 1. Oktober, dem der Erlös aus dem Entenrennen auf der Aue am 17. September zugute kommt, die Kinder und Jugendbühne am 2. Oktober und die KabarettComedyReihe mit Matthias Brodowy und Werner Momsen am 7. Oktober sowie mit Ingo Oschmann am 15. Dezember.
Als neues Projekt organisiert der Verein in Kooperation mit Stadtmarketing Burgdorf das Straßenkunstfest, das im Rahmen der Burgdorfer Nacht am Freitag, 27. Mai, von 18.00 bis 22.00 Uhr stattfindet. Dabei erleben die Zuschauer vor allem auf der Marktstraße Musik, Tanz, Straßenmalerei und Kultur in allen Facetten. Dazu kommt die Turmbesteigung der St. Pankratius-Kirche, bei der die um 22.00 Uhr startende Lichtparade aus beeindruckender Perspektive erlebt werden kann. Zur Realisierung der Burgdorfer Nacht trägt als Hauptsponsor die Stadtsparkasse Burgdorf bei.

Initiative „Sommercampus“

Horst Gohla, Leiter des JohnnyB., stellte die Initiative „Sommercampus“ vor, die die Einrichtung in der Sorgenser Straße in Zusammenarbeit mit dem Verein für Kunst und Kultur und dem StadtHaus durchführt. Dahinter steht die Grundidee, in den Sommerferien zweiwöchige, von Jugendlichen organisierte Kulturangebote für ihre Altersgenossen umzusetzen. Im Vorfeld können interessierte Jugendliche entsprechende Kurse belegen, um für die Gruppenarbeit qualifiziert zu sein. Zum Abschluss gibt es eine Werkschau mit den verwirklichten Kulturprojekten, deren Bandbreite vom Theater und Musik und Malen bis zur Zirkusartistik reichen kann.

Wahl des Vorstandes

Die anwesenden Mitglieder wählten für die nächsten drei Jahre folgendes Vorstandsteam: Gerhard Bleich (1. Vorsitzender), Carmen Bleicher (stellvertretende Vorsitzende), Annette Wolff (Kassenwartin), Eckhard Paga (Schriftführer) und Dr. Matthias Schorr (kooptiertes Vorstandsmitglied). Gerhard Bleich dankte den ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern Irma Wartmann und Sabine Fuchs für die Mitarbeit. Der Beirat, der den Vorstand unterstützt, nahm Christa Brennecke, Karsten Desens und Thorsten Radermacher als neue Mitglieder auf.

Blick hinter die Theaterkulissen

Dem offiziellen Versammlungsteil schlossen sich interessante Inneneinsichten in die schillernde Welt des Theaters an. Schauspielerin Michaela Allendorf vom Theater für Niedersachsen aus Hildesheim ist in Burgdorf aus zahllosen Rollen bekannt, die sie bei den Gastspielen im Theater am Berliner Ring übernahm. Zusammen mit Dramaturgin Cornelia Pook und Marketingleiter Benjamin Riebsamen kam sie ausnahmsweise in unverstellter Identität nach Burgdorf und warf interessante Schlaglichter auf ihre Schauspielkarriere. Die Künstlerin gehört dem Ensemble seit 2004 an (damals noch Landesbühne, seit 2007 Theater für Niedersachsen).

„Auf die Bühne gespuckt“

Im Verlauf ihres Berichts entwickelte sich bald ein lebhafter Meinungsaustausch mit den Vereinsmitgliedern, denen das große Interesse an dem Berufsalltag der charmanten Schauspielerin anzumerken war. „Nach vierjähriger Ausbildung wurde ich auf den Bühnenmarkt gespuckt und fand dann nach diversen Engagements auf unterschiedlichen Bühnen meine künstlerischen Heimat in der damaligen Landesbühne“, sagte die Künstlerin.
Sie schilderte den Organisationsablauf im Vorfeld einer Bühnenproduktion. „Es ist für mich immer wieder faszinierend, die Geburt eines neuen Theaterstücks vom Lernen des Textes über die intensive Probenarbeit und die Gestaltung des Bühnenbildes und der Dekorationen bis zum aufregenden Tag der Premiere mitzuerleben“, sinnierte die Schauspielerin.
„Wir studieren in jeder Spielzeit parallel fünf Stücke ein“, erklärte Michaela Allendorf ihren verblüfften Zuhörern. Dabei versicherte sie, dass sie mit ihrem Team besonders gerne in Burgdorf auftritt, da hier eine ungewöhnliche große Begeisterung für das Theaterspielen zu verspüren sei.
In Bezug auf die von einem Schauspieler zu tragenden Entbehrungen betonte Michaela Allendorf, dass der Beruf, der viele Einschränkungen im Privatleben nach sich zieht, nicht ohne brennende Leidenschaft ausgeübt werden könnte.