Verständnis zwischen Verwaltung und Vereinen muss wachsen

Ulrich Karos (re.) konnte nur zustimmen, als Alfred Baxmann (li.) auf der TSV-Jahreshauptversammlung im VAU für mehr Problembewusstsein auf Seiten der Verwaltung und der Vereine plädierte. Foto: Georg Bosse (Foto: Georg Bosse)
 
Der Vereinsvorsitzende Ulrich Karos und TSV-Fußballchef Hans-Jürgen Engelbrecht (v.li.) zeichneten Günter Schulz (Ehlershausen; re.) für ein halbes Jahrhundert Mitgliedschaft in der Fußballabteilung aus. Foto: Georg Bosse (Foto: Georg Bosse)

TSV-Mitglieder beschließen Satzungsänderung zur Aufwandsentschädigung

BURGDORF (gb). Der Mitgliederbestand der TSV Burgdorf ist gegenüber dem Vorjahr angestiegen und beträgt gegenwärtig 3.039 Vereinsangehörige. Damit bleibt die TSV mit ihren 11 Abteilungen weiterhin der „Turm“ unter den Burgdorfer Sportvereinen. Mit diesen positiven Vorzeichen fand unter der Leitung des 1. Gesamt-Vorsitzenden, Ulrich Karos, am vergangenen Mittwochabend die Jahreshauptversammlung im Foyer des Burgdorfer Veranstaltungszentrums (VAZ) statt.
Über 60 TSVer waren der Einladung gefolgt, um sich über die Entwicklung des Gesamtvereins und die ehrenhaften Erfolge der verschiedenen Sportsparten unterrichten zu lassen. Währenddessen mussten auch zwei „besondere Ehrungen“, so Ulrich Karos, vorgenommen werden. Günter Rokahr (Tennis) und Horst Grah (Handball) wurden für 60-jährige TSV-Mitgliedschaft ausgezeichnet.
Sportvereine würden heute als „Dienstleister“ wahrgenommen und nur bei Inanspruchnahme entsprechend bezahlt, sprach der Vorsitzende in seinem Jahresbericht die finanzielle Situation solch gemeinnütziger Gemeinschaften an, die darüber hinaus auch noch einen hohen personellen Aufwand betreiben müssten. Die monetäre Ausstattung erfolgt über die sogenannte „Drittelfinanzierung“: ein Drittel bezahlt der Verein, ein Drittel die Kommune und das restliche Drittel der Landessportbund. „Da die Verpflichtung zur Zahlung solcher Zuschüsse nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, handelt es sich hier um „freiwillige Zuwendungen“. Und was liegt in Zeiten leerer Kassen näher, als bei Haushaltssanierungen diese „freiwilligen“ Ausgaben als erste zu streichen“, machte Karos auf dieses fragwürdige Problem aufmerksam. Aber glücklicherweise hätte man diesen Aufwand immer noch schaffen können.
Zu diesem Komplex hatte Bürgermeister Alfred Baxmann kurz zuvor ausgeführt, dass die Stadt ihre Leistungen an die Vereine in diesem Jahr nicht gekürzt, sondern sie auf dem Niveau vergangener Jahre eingefroren habe. Eine Herzensangelegenheit sei ihm eine verbesserte Atmosphäre zwischen der Verwaltung und den Vereinen, so der Bürgermeister. „Ich wünsche mir einen faireren Umgang, einen angemesseneren Ton und mehr Verständnis auf Seiten der Verwaltungsmitarbeiter und Vereinsehrenamtlichen“, sagte Baxmann, denn schließlich strebe man doch eigentlich gemeinsame Ziele an. Dem konnte Ulrich Karos nur zustimmen.
Mehrheitliche Zustimmung erhielt der TSV-Vorsitzende für die Beantragung einer Ergänzung der Vereinssatzung: Danach können die satzungsgemäß bestellten Amtsträger des Vereins – insbesondere Vorstandmitglieder, Mitglieder des Beirates, Abteilungsleiter und Vorstandsmitglieder der Abteilungen – jetzt für ihre Tätigkeiten eine angemessene Vergütung (bis zu 500 Euro jährlich) erhalten. Diese (umfassende) Regelung sei notwendig, um auch künftig der Gemeinnützigkeit zu genügen, rechtfertigte Ulrich Karos diesen neuen Passus.
Weitere Ehrungen für langjährige Vereinszugehörigkeiten erhielten für 25 Jahre: Luise Ludewig, Mike Bolten, Detlef Nämsch-Haim, Heinz Schlagheck und Manfred Twesten (alle: Fußball); Elisabeth Beker, Uwe Haim, Dieter Kleinschmidt und Sebastian Schwarz (alle: Handball); Julia Obermeyer, Gesche Wegener, Edda & Lutz Hänsel, Max Wegener, Walter Mackowiak und Klaus-Peter Kühnel (alle: Tennis); Inge Siedenburg-Neumann (Tischtennis); Lore Drescher, Hella Gring und Klaus Hamack (alle: Turnen); Hartmut Rauschenfels (Volleyball).
40 Jahre: Vera Grebe, Hella Oppelt und Klaus Strutzberg (alle: Leichtathletik); Jutta & Wolfgang Hunze, Dieter Knoke, Klaus Hansen und Axel Dreyer (alle: Tennis); Grete Ebel, Gisela Hahn, Margot Hoeper, Antje Preuss, Brigitte Seifert, Frank Habenich, Thomas Höper, Gerd Klitschke und Horst Schaper (alle: Turnen).
50 Jahre: Dieter Zemke und Günter Schulz (Ehlershausen; beide: Fußball).