Veränderungen muss die gesamte Pfarrgemeinde mitnehmen

Ulrich Ensinger erläutert den Beschluss des Dekanatspastoralrates. (Foto: Wolfgang Obst)
 
Tanja Flentje und Ewa Karolczak stellten als Referentinnen in der Gemeindeversammlung das neue Konzept vor. (Foto: Wolfgang Obst)

Gemeindeversammlung in St. Nikolaus Burgdorf

BURGDORF (r/jk). Lokale Kirchenentwicklung oder Personalplanung 2025 im Dekanat Hannover, war das Thema der diesjährigen Gemeindeversammlung von St. Nikolaus. Anfang Juni hat der Dekanatspastoralrat die Aufteilung der Pfarrgemeinden im Dekanat in acht Pastoralbereiche beschlossen. Die Grundlage dieses Planes regelt den genauen geographischen Zuschnitt der Pastoralbereiche und die Verteilung des Personals. Er soll sukzessive bis ins Jahr 2025 umgesetzt werden.
„Mit diesem Plan haben wir jetzt die Möglichkeit, in der Zukunft das Personal, das wir dann haben werden, strategisch zu entwickeln“, hatte Propst Martin Tenge in einem Interview gesagt. Und Tenge weiter: „Es bleibt der Schmerz, dass wir bis ins Jahr 2025 rund dreißig Prozent weniger Priester und 25 Prozent weniger Gemeindereferenten haben werden. Aber wir gehen damit jetzt konstruktiv um und gehen voran.“ Vorgestellt wurde die strukturelle Planung und Personalentwicklung zunächst von Ulrich Ensinger, der die Burgdorfer Pfarrgemeinde im Dekanatspastoralrat vertritt. Die beiden Referentinnen Tanja Flentje und Ewa Karolczak versuchten anschließend den anwesenden Gemeindemitgliedern zu verdeutlichen, welche Chancen lokale Kirchenentwicklung für eine Gemeinde bedeuten kann. Dabei wurde sehr deutlich, dass der geistige Weg, das Wort Gottes, unverzichtbar ist. Die Taufwürde bietet Chancen, um Verantwortung in der Gemeinde zu übernehmen. Sie ist zugleich aber auch ein Geschenk das angenommen werden kann und bei jeder mitmachen kann.
Schon bisher haben in den Gremien, wie Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand, Gemeindemitglieder mitgearbeitet und dort ihre ureigenen Fähigkeiten und Interessen eingebracht. Diese gilt es bei einer zukünftigen Gemeindeentwicklung unter den Gemeindemitgliedern zu erkennen und aufzunehmen. Gemeindeentwicklung für die Zukunft kann nur dann erfolgreich werden, wenn alle mitmachen, das wurde in den Aussagen von Tanja Flentje und Ewa Karolczak immer wieder hervorgehoben. Wenn Vorurteile ausgeschlossen sind, wenn ein offener Umgang im Bezug mit Neuem von statten geht, so Tanja Flentje, dann können auch die Ängste, die bei allem Neuen vorhanden sind, genommen werden. Ein „wie gehen wir mit Veränderungen um, wollen wir es denn überhaupt“, wird die spannende Frage der Zukunft sein. Ein Prozess bei dem Konzepte für Neuerungen vor Ort entwickelt werden sollen benötigt Zeit. Mit entscheidend ist der gegenseitige Austausch von unten nach oben, aber auch von oben nach unten.
Die große Frage, die sich stelle, ist, wo wollen wir hin? Welche Aufgaben sind für Burgdorf, sind für Uetze und sind für Hänigsen wichtig? Was für Burgdorf richtig erscheint, muss noch lange nicht für Uetze gelten. Daher gilt es, dass sich Gemeinde vor Ort entwickeln muss und das nicht nur bei Gottesdiensten. In der sich anschließenden Diskussion kam auch zur Sprache, dass Veränderungen, die von den Gemeinden angedacht sind, auch in den oberen kirchlichen Etagen zu akzeptieren sind.
Weitere Themen waren: Was geschieht künftig mit der Seelsorge und vor allem, wie schaffen wir es, Gemeindemitglieder dafür zu interessieren, Verantwortung zu übernehmen, die sich bislang am Gemeindeleben noch nicht beteiligt haben? Daneben spielte auch der ökumenische Gedanke eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Beide Referentinnen machten abschließend deutlich, Christ sein, sollte auch Lust machen und der Spaß dabei darf auch ruhig sichtbar werden. Angelika Wirz, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, ermunterte die Gemeinde, sich aktiv an dem anstehenden Veränderungsprozess zu beteiligen. Es wird und kann nicht die alleinige Aufgabe der Gremien sein, hier Entscheidungen zu treffen, die die gesamte Gemeinde betreffen.