Umzugspläne für die Bauhöfe

Die Bausubstanz auf dem Gärtnerhof ist veraltet und in schlechtem Zustand. Der stellvertretende Leiter des Gärtnerbauhofs Thore Schombrera zeigt, dass die Holzverkleidung an vielen Stellen Löcher hat. (Foto: Franka Haak)
 
Stückwerk: Auf dem Gärtnerbauhof wurde immer wieder angebaut, wenn zusätzlicher Platz benötigt wurde, beispielsweise ein grauer Container für die Herrentoiletten. Erweiterungen sind nach Aussage der Stadt jetzt nicht mehr möglich. (Foto: Franka Haak)
Burgdorf: Gärtnerbauhof |

Stadt will Gärtner- und Straßenbauhof auf neuem Grundstück zusammenlegen / Bauausschuss und Verkehrsaussschuss stimmen ersten Voruntersuchungen zu

BURGDORF (fh). Bei den städtischen Bauhöfen stehen die Zeichen auf Neuanfang: Der Verwaltungsausschuss hat in seiner jüngsten Sitzungen grünes Licht dafür gegeben, dass der Gärtnerbauhof und der Straßenbauhof auf einem neuen Grundstück zusammengelegt werden. Die ersten Schritte sollen zügig unternommen werden: Für die nächsten beiden Jahre sind deshalb Haushaltsmittel in Höhe von zusammen 240000 Euro für Voruntersuchung und Vorplanung vorgesehen.
Insgesamt rechnet die Stadt für einen Komplettumzug beider Bauhöfe mit Kosten von rund 5,3 Millionen Euro. Wie teuer es tatsächlich wird, hängt aber auch davon ab, wie diese Maßnahme umgesetzt wird: Entweder können beide Bauhöfe gleichzeitig auf das neue Grundstück umquartiert werden oder aber der Gärtnerbauhof macht den Anfang und der Straßenbauhof zieht zu einem späteren Zeitpunkt nach. Im ersten Schritt ist die Zweiteilung vermutlich günstiger. Unterm Strich geht der städtisch Controller Theo Kauter aber davon aus, dass der gemeinsame Umzug Kostenvorteile bringt. Im Detail soll das nun im Laufe der nächsten beiden Jahre ermittelt werden. „Welche der beiden Varianten wir letztlich umsetzen wird auch von den Ergebnissen der Voruntersuchungen und -planungen abhängen. Darüber hat dann letztlich die Politik zu entscheiden“, betont Bürgermeister Alfred Baxmann.
Die hohen Kosten eines Komplettumzugs sind insbesondere CDU und FDP ein Dorn im Auge. CDU-Vertreter Oliver Sieke kritisierte im Bauausschuss, dass die erwarteten Synergieeffekte, also die Einsparungen, die sich aus einer Zusammenlegung ergeben, im Vergleich dazu zu niedrig seien.
Der städtische Controller Kauter wies aber darauf hin, dass er die Betriebskosten eines gemeinsamen Standortes erst nach detaillierteren Untersuchungen seriös beziffern könne. Das tatsächliche Einsparpotenzial sei dann voraussichtlich höher als die bisher geschätzten 33.700 Euro.
Im Bauausschuss hatten sich die Vertreter von CDU und FDP aufgrund ihrer Vorbehalte noch enthalten. Die Entscheidung im Verwaltungsausschuss fiel dann aber einstimmig. Letztlich überwog für die Kommunalpolitiker der dringende Handlungsbedarf bei den beiden städtischen Bauhöfen. Gebäude und Unterstände sind an beiden Standorten baufällig. Teile der Werkstatt auf dem Straßenbauhof entsprechen nicht den gesetzlichen Vorschriften zur Unfallverhütung. Beim Gärtnerbauhof kommt noch ein grundsätzliches Problem hinzu: Laut Bebauungsplan ist dort lediglich ein Betriebshof für die Friedhofsarbeiten zulässig. Die Mitarbeiter kümmern sich aber um die Pflege aller städtischen Grünanlage. Um sich abzusichern, müsste die Stadt den Bebauungsplan ändern.
Aber selbst nach einer solchen Änderung wären dort aus Platzmangel keine baulichen Erweiterungen mehr möglich. Das heißt auch: Es gibt keine Kapazitäten für weitere Maschinen und Mitarbeiter. Zusätzliche Aufgaben, die beispielsweise durch Neubaugebiete hinzukommen, müssten dann auf längere Sicht vermehrt extern vergeben werden, warnt Bürgermeister Alfred Baxmann. „Für die Stadt ist das deutlich teurer“, sagt er. Gleiches gilt auch für den Aufgabenbereich des Straßenbauhofs. Außerdem können dort wegen fehlender Damentoiletten bisher keine Frauen beschäftigt werden.
Beim Gärtnerbauhof gibt es keine beheizten Hallen, einige Fahrzeuge bei Minusgraden nicht einsatzbereit sind. „Unsere beiden teuersten Fahrzeuge – der Friedhofsbagger und die Hub-Arbeitsbühne müssen wegen des Platzmangels dauerhaft draußen stehen. Dadurch verschleißen sie natürlich schneller“, sagt der stellvertretende Leiter des Gärtnerbauhofs Thore Schombrera.

Die städtischen Bauhöfe

Der Gärtnerbauhof ist die Betriebsstätte der Stadtgärtner, die sich um die Flächen der öffentlichen Grünanlagen kümmern. Er befindet sich aktuell auf zwei Teilbereichen des Friedhofs am Niedersachsenring und umfasst ingesamt 7.000 Quadratmeter. Dort sind 31 Mitarbeiter tätig. Beim Straßenbauhof an der Friederikenstraße mit einer Fläche von 10.000 Quadratmetern sind 22 Mitarbeiter beschäftigt. Er ist beispielsweise für die Straßen- und Kanalunterhaltung sowie die Straßenreinigung zuständig.