Über Gewinner und Verlierer des großen Massenausterbens

AG Paläontologie und Archäologie des Gymnasiums Burgdorf lädt ein

BURGDORF (r/jk). Die AG Paläontologie und Archäologie des Gymnasiums Burgdorf mit ihrem Leiter Dr. Alexander Mlasowsk lädt am Freitag, 22. November, ab 19.30 Uhr zu einem Vortrag des hochkarätigen jungen Paläontologen Dr. Tom Hübner vom LWL-Museum für Naturkunde (Münster) in das Haus der Jugend, Sorgenser Straße 30, Burgdorf, ein. Hübner referiert zirka eine Stunde zum Thema „Muster oder Zufall? Über die Gewinner und Verlierer der großen Massenaussterben der Erdgeschichte“. Der Vortrag ist für jeden Interessierten offen.
Der Mensch greift immer stärker in die Natur ein, beutet Rohstoffe aus, trägt zur Vernichtung von Lebensräumen bei und bewirkt durch die giftigen Emissionen von Industrieanlagen und Autos eine schleichende Änderung des globalen Klimas. Diese Entwicklung wirkt sich in immer extremeren Wetterlagen aus, wie es der kürzlich über die Philippinen gezogene Taifun „Haiyan“ deutlich belegt. Der Mensch beginnt, seine eigene Lebensgrundlage zu gefährden und verursacht damit eine der größten Aussterbewellen von Tieren und Pflanzen in der Erdgeschichte, wenn er sich zukünftig nicht zum konsequenten Schutz der Natur bekennt.
Solche Aussterbewellen gab es allerdings auch bereits über viele Millionen Jahre verteilt in der Erdgeschichte, wobei die Ursachen und der Verlauf andere Gründe aufweisen. Im Vortrag von Dr. Hübner werden die fünf großen Aussterbewellen vorgestellt, die sowohl im Wasser, als auch auf Land umwälzende Auswirkungen zeigten. Ganze Tiergruppen, die über viele Millionen Jahre erfolgreich existierten, wie zum Beispiel die berühmten Trilobiten, die Ammoniten und schließlich die Dinosaurier, starben innerhalb (verhältnismäßig) kurzer Zeit aus, wobei bei der zuletzt genannten Gruppe die Vögel als Seitenzweig weiter existieren.
Es wird der Versuch unternommen, die konkreten Gründe für das Aussterben zu benennen, wobei unter anderem die Verlagerung der Kontinente, der Klimawandel und Meteoriteneinschläge in Frage kommen. In diesem Zusammenhang werden auch die Fragen gestellt, warum bestimmte Tiere oder Pflanzen aussterben, nahe Verwandte jedoch nicht.
Das berühmteste Beispiel sind die Ammoniten und der Nautilus, der die Katastrophe am Ende der Kreidezeit überstanden hat. Es werden aber nicht nur die Tiere und Pflanzen besprochen, die zu den Verlierern gehören, sondern auch die Lebensformen genannt, die zu den Gewinnern gehören und sich - und unter anderen abzulesen am Aufstieg der Säugetiere - zu einer großen Blüte entfalteten. Die Ursachen und Folgen solcher globalen Katastrophen können anhand der Fossilien beobachtet werden. Sie bieten damit eine Möglichkeit, dass der Mensch anhand der Forschungsergebnisse aus der Paläontologie etwas für die eigene Zukunft lernt.