Über 350 Besucher kamen zur Sorgenser Mühle

Die 6-jährige Lizzy ließ sich von Mühlenführer Jürgen Mollenhauer die Getreidesorten erklären. (Foto: Dana Noll)

Besonders die kleinen Gäste waren interessiert und wissbegierig

BURGDORF (dno). 1994 wurde bundesweit der Deutsche Mühlentag von der Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung e.V. ins Leben gerufen, welcher jährlich am Pfingstmontag stattfindet. Angefangen mit 460 Mühlen beteiligten sich in den letzten Jahren über 1.800 Mühlen an diesem Aktionstag, darunter auch wieder die Bockwindmühle in Sorgensen.
„Ganz schön steil die Treppe“, so der 8-jährige Fabian beim Aufstieg. Doch die „Mutprobe“ lohnte sich. Von der drehfähigen Museumsmühle, die 1686 erbaut wurde, bot sich ein schöner Blick über Stadt und Landschaft.
Über 350 Besucher kamen am Pfingstmontag nach Sorgensen, um die Bockwindmühle zu besichtigen und über Technik und Geschichte über die vielen Jahrhunderte etwas zu erfahren. „Hier war über die Mittagszeit der Teufel los! Es gab Warteschlangen, weil der Besucheransturm so groß war“, so Mühlenführer Jürgen Mollenhauer. Gemeinsam mit seinen Kollegen Peter Pfeiffenbring, Christoph Adorf und Horst Riebesell führte er die zahlreichen Besucher/innen durch Mühle und Geschichte. „Es ist schön zu sehen, dass gerade Familien mit kleinen Kindern so viel Interesse zeigen“, so Mollenhauer.
1820 wurde Johann Heinrich Bodenstab erster Erbenzinsmüller. Nach seinem Tod, richtete der neue Müller Hans Heinrich Ahrens um 1900 in seinem Wohnhaus eine Gastwirtschaft ein, die noch heute existiert. Im Jahr 1918 kaufte Fritz Schwenke die Mühle. Zwischen Windmühle und der Gaststätte wurde 1948 zur Unterstützung der Bockwindmühle für den Müller Heinrich Schwenke eine Motormühle in rotem Backsteinbau errichtet, eingerichtet mit einem Mahlgang, einem Schrotgang, einem Doppelwalzenstuhl, Reinigung, Plansichter, Mischmaschine und Elevatoren. Seit 1985 ist die Bockwindmühle im Besitz der Stadt Burgdorf und wurde bis 1988 für etwa 200.000 DM aufwendig restauriert. Sie ist heute ein Baudenkmal und nicht mehr in Benutzung.