Theaterabende mit dem besonderen Flair

Mit Fontanes Schauspiel „Effi Briest“ geht es am 9. Dezember im Theater am Berliner Ring weiter. (Foto: Theater für Niedersachsen)

Sechs vielfältige Gastspiele ab dem 9. Dezmeber im Theater am Berliner Ring

BURGDORF (r/jk). Abonnenten und regelmäßige Besucher des Theaters am Berliner Ring wissen den abwechslungsreichen Spielplan zu schätzen, der die acht Gastspiele einer Saison mit dem Theater für Niedersachsen und der Komödie am Altstadtmarkt aus Braunschweig auszeichnet. Von der klassischen Tragödie über das Musical bis zu heiteren Komödien und Schauspielen aus der Gegenwart ist alles dabei.
Wer bisher noch nicht das besondere Flair eines Theaterabends am Berliner Ring erlebt hat, kann dies in der laufenden Spielzeit nachholen. Ab Dezember sind sechs weitere Gastspiele, jeweils freitags um 20.00 Uhr (mit einer kostenlosen Einführung um 19.30 Uhr), zu sehen. Eintrittskarten gibt es bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, und im Internet unter www.vvvburgdorf.de. VVV-Mitglieder und Jugendliche erhalten Ermäßigungen.

Fontanes „Effi Briest“

Das Schauspiel „Effi Briest“ (zu sehen am 9. Dezember) beruht auf dem gleichnamigen Roman von Theodor Fontane und prangert die zerstörerische Macht überholter gesellschaftlicher Konventionen Ende des 19. Jahrhunderts an. Im Zentrum der Handlung steht die 17-jährige Effi Briest, die auf Wunsch ihrer Eltern einen 20 Jahre älteren Mann geheiratet hat. Schon nach kurzer Zeit fühlt sie sich von dem emotionslosen und langweiligen Ehegatten abgestoßen und flüchtet sich in eine Liebesaffäre mit einem jungen Major. Als ihr Mann Jahre später die Liebesbriefe ihres Liebhabers entdeckt, sieht er sich einem überholten Ehrenkodex verhaftet und tötet den Major im Duell. Nach der anschließenden Ehescheidung ist Effi Briest von nun an gesellschaftlich geächtet.

„Cabaret“ aus den 1960ern

Mit „Cabaret“ steht am 27. Januar 2017 ein Musicalklassiker von John Kander und Fred Ebb auf dem Spielplan. Die Handlung spielt im Berliner Nachtclubmilieu der ausgehenden Zwanziger Jahre: Die Musik ertönt bis in die frühen Morgenstunden, der Champagner fließt in Strömen und die Mädchen sind verführerischer denn je. Glanz, Glamour, Dekadenz und Freizügigkeit haben Hochkonjunktur. In einem dieser Etablissements, dem Kit Kat Club, der als „heißester Club“ der Stadt gilt, trifft der junge amerikanische Schriftsteller Cliff Bradshaw auf die Nachtclub-Sängerin Sally Bowles und verliebt sich in sie. Doch die Zeit scheint nicht geschaffen für eine Beziehung der beiden. Mit dem nahenden Ende der Weimarer Republik und dem Siegeszug der Nazis zerbricht auch die Beziehung Cliffs und Sallys. 1966 am New Yorker Broadway uraufgeführt, gewann das Musical acht Tony-Awards. Die Filmversion mit Liza Minnelli zog 1972 mit acht Oscars nach.

Gastspiel mit Alexandra Kamp

„Verbrennungen“ lautet der Titel eines Schauspiels von Wajdi Mouawad, mit dem die Spielzeit am 24. Februar 2017 weitergeht. Darin erzählt der frankokanadische Autor Wajdi Mouawad eine aufwühlende und spannende Lebensgeschichte, die dem abstrakten Schrecken des Krieges eine individuelle Dimension verleiht. Mit dem Musical „Unfassbar Nah“ von David Shire, Richard Maltby jr. und Steven Scott Smith geht die Spielzeit am 24. März 2017 in die Fortsetzung. In vielen kleinen Geschichten erzählt das Bühnenwerk vom ganz alltäglichen Wahnsinn des Lebens und zeichnet sich in bester Musicalmanier durch feurige Rhythmen, turbulente Wendungen und echte Melancholie aus. „Illusionen einer Ehe“ heißt das Schauspiel von Eric Assous, mit dem am 7. April ein weiteres Star-Gastspiel auf dem Programm steht. Die aus zahlreichen Fernsehfilmen und Serien bekannte Schaupielerin Alexandra Kamp ist in der Hauptrolle zu sehen.
Die Spielzeit klingt am 2. Juni mit dem Schauspiel „Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone“ nach dem Roman von Mark Haddon aus. Ein 15-jähriger Asperger-Autist, dem alles Unbekannte panische Angst bereitet, steht im Fokus der Bühnenhandlung.