TenneT direkt mit Fragen, Befürchtungen und Ängsten konfrontieren

Dirk Schwerdtfeger, Dr. Stefan Birkner und Dieter Lüddecke (v.l.) informierten über das Thema „SuedLink“ in der Schützenkate in Sorgensen. (Foto: BI Sorgensen)

„Volles Haus“ bei SuedLink-Infoveranstaltung in Sorgensen

SORGENSEN (r/jk). Wie erwartet, war in der Schützenkate Sorgensen kein einziger Sitzplatz mehr frei geblieben, als Ortsvorsteher Dirk Schwerdtfeger den ehemaligen Landesumweltminister, Landtagsabgeordneten und stellvertretenden Vorsitzenden der FDP-Fraktion, Dr. Stefan Birkner, zur Informationsveranstaltung zum Thema „SuedLink“ begrüßte. Als weiterer Redner war Dieter Lüddecke, Ehrenvorsitzender der FDP Region Hannover, gekommen.
In einem 45-minütigen Vortrag erläuterte Dr. Birkner in verständlicher Art und Weise die juristisch komplexen Verfahrensschritte (Szenariorahmen, Netzentwicklungspläne/Umweltbericht, Bundesbedarfsplanung, Bundesfach-planung/Raumordnung, Planfeststellung), die durchlaufen werden müssen, bevor die Südlinkstromtrasse gebaut werden kann. Zusätzlich erhielten die Anwesenden einen Ausblick darauf, wo es eventuell im weiteren Verlauf des Verfahrens zu möglichen Änderungen, Nachprüfungen oder sogar zu neuen Überlegungen kommen könnte. Beifall brandete auf, als Birkner sagte, er könne es sich nicht erklären, warum die Südlinkstromtrasse mitten durch die Ballungsgebiete der Region Hannover verlaufen soll?
Dieter Lüddecke, ehem. Regionsabgeordneter und Vorsitzender der FDP-Fraktion, konnte über seine Kontakte zur Region erfahren, dass weder die Vorzugstrasse über Burgwedel noch die zahlreichen Alternativtrassen bisher aus der Planung genommen wurden und weiterhin untersucht werden. Für einige Besucher war interessant, dass im RROP (Regionales Raumordnungsprogramm) das Burgdorfer Land als Naherholungsgebiet für die gesammte Region Hannover ausgewiesen ist. Dies sollte bei der Festlegung des Trassenverlaufs berücksichtigt werden. Lüddecke sagte zu, einige Detailfragen der Zuhörer hierzu mit der Planungsabteilung der Region zu klären.
Völlig ungeklärt seien, so Lüddecke, die Kosten für eine Erdverkabelung. Während bei Anhörungen auf Bundesebene von zwei- bis sechsfachen Kosten gegenüber Strommasten gesprochen wird, geht die Region Hannover von deutlich geringeren Werten aus. Hier müsse TenneT, so Lüddecke, endlich belastbare Kostenrechnungen vorlegen. Die Entscheidung über jede einzelne Erdverkabelung treffe dann ohnehin die Bundesnetzagentur.
Für viele Bürger war natürlich interessant, warum die Alternativtrassen 95/96/97 zunächst als gering geeignet eingestuft wurden und jetzt als besser bewertet werden als der Vorschlagstrassenkorridor? TenneT hat bisher aber noch keine dezidierten Angaben über das Bewertungsschema der Alternativtrassen veröffentlicht, bekamen die Anwesenden zu hören.
In seinem Schlusswort forderte Dirk Schwerdtfeger alle auf, die Informationsveranstaltung der Stadt Burgdorf am 29. Januar ab 18.00 Uhr im Veranstaltungszentrum, Sorgenser Straße 31, aufzusuchen und dort die Mitarbeiter der Firma TenneT mit ihren Fragen, Befürchtungen, Ängsten direkt zu konfrontieren.