Telefonie-Sperre legt Lebenshilfe in Burgdorf lahm

„Humor ist, wenn man trotzdem lacht“: Ricarda Ollek, „Verwaltungsfee“ bei der Lebenshilfe/HPZ in Burgdorf, ist noch bis zum kommenden Montag mit einer kommunikativen „Ausgangssperre“ durch die Deutsche Telekom belegt. (Foto: Georg Bosse)

Ein Beitrag von Georg Bosse - Verwaltungsabläufe erheblich beeinträchtigt

BURGDORF/ALTKREIS (gb). „Seit dem 9. Januar können wir weder wichtige Institutionen, wie beispielsweise Landes- und Jugendämter, das Kultusministerium, die Landesschulbehörde oder die Region Hannover, noch die Eltern unserer Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen, die wir bei uns im Heilpädagogischen Zentrum (HPZ) betreuen und fördern, erreichen“, klagt Barbara Moschüring, Geschäftsführerin der Lebenshilfe Peine/Burgdorf am Wasserwerksweg der Auestadt.
Was war passiert? Moschüring machte eine unliebsame Begegnung mit der „Servicewüste Deutschland“.
Im August vergangenen Jahres erreichte die Lebenshilfe/HPZ Burgdorf eine Mitteilung der Telekom mit der Empfehlung, künftig neue DSL-Komplettlösungen für Telefonie und Internet zu nutzen, weil (angeblich) ab Januar 2017 keine analoge Telefonie mehr möglich sei.
Dem folgte die Kündigung des bestehenden Vertrags durch das Unternehmen zum 7. Januar 2017. „Bis dahin waren wir viele Jahrzehnte lang mit der Telekom und unserem „alten“ Vertrag zufrieden“, erzählt die Geschäftsführerin. Jetzt begann sich die Kontaktaufnahme mit dem Kundenservice der Bonner als äußerst schwierig und zeitaufwändig zu gestalten, weil „ich oft bis zu 45 Minuten in der Warteschleife hing“, so Barbara Moschüring.
Mitte November sei dann endlich ein Telekom-Techniker erschienen, um bei einer kostenpflichtigen Ortsbesichtigung einen Überblick über die technischen Anlagen zu erhalten und abzustimmen, welche technischen Neuerungen vor einer Umstellung erforderlich sind.
Das wenige Tage später eintrudelnde neue Vertragsangebot der Telekom „konnten wir in dieser Form nicht abnehmen, weil vom Techniker empfohlenen Produkte nicht berücksichtigt waren“. Anstatt der Lebenshilfe ein korrigiertes Angebot vorzulegen, habe der „rosa Riese“ über die Anschlüsse der Betreuungseinrichtung ab 8. Januar eine „Ausgangssperre“ vrhängt, die seitdem die betrieblichen Abläufe bei der Lebenshilfe/HPZ erheblich beeinträchtigt.
Die Verwaltung kann zwar Telefonate entgegennehmen, jedoch selbst keine führen. Internet, E-Mails und Telefax funktionieren ebenfalls nicht. „Unsere (ehrenamtlichen) Mitarbeiter/innen in den Ambulanten Diensten betreuen Menschen mit Behinderungen und senden ihre Arbeitsnachweise über die von ihnen geleisteten Stunden über E-Mail an uns. Nach Einrichtung der 'Ausgangssperre' von Seiten der Telekom, konnten wir den Betreuer/innen bis heute keine Aufwandsentschädigungen überweisen“, erzürnt sich Barbara Moschüring.
Die „Ausgangssperre“ soll nun nach Angaben der Telekom ab kommenden Montag, 23. Januar, aufgehoben werden. Aber die Lebenshilfe/HPZ Burgdorf wird ihre geschäftlichen Verwaltungsabläufe künftig mit dem hannoverschen Telekommunikations-Unternehmen htp abwickeln. „Am 12. Januar haben die Verträge mit htp abgeschlossen. Von htp haben wir auch erfahren, dass Analog-Telefonie voraussichtlich noch bis 2020 möglich ist“, ist Barbara Moschüring erleichtert.