Teil-Erfolg für die Eltern

Im Ortsrat Otze fordert Ortsbürgermeisterin Ulla Träger von Bürgermeister Alfred Baxmann eine Stellungnahme zur Schülerbeförderung ein.
 
Bürgermeister Alfred Baxmann (von links), der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Armin Pollehn und Schulleiterin Karen Lindner tauschen sich über die Schülerbeförderung aus.

Region will die Sammeltaxis für Schüler aus Weferlingsen, Dachtmissen und Sorgensen noch bis zu den Sommerferien finanzieren

OTZE (fh). Die Region Hannover macht einen Rückzieher: Zumindest bis zu den Sommerferien werden die Dritt- und Viertklässler aus Weferlingsen, Dachtmissen und Sorgensen weiter mit Sammeltaxis zur Grundschule in Otze gebracht. Das ist schon seit mehreren Jahrzehnten so. Doch Mitte Februar hatte die Region angekündigt, diesen Service künftig nur noch für Erst- und Zweitklässler bezahlen zu wollen. Die älteren Grundschüler sollten schon nach den Osterferien stattdessen mit Bus und Bahn zur Schule fahren.
Elf Kinder wären von der Änderung betroffen gewesen. Ihre Eltern protestierten dagegen und bekamen dabei auch Unterstützung von mehren Politikern. Daraufhin hat die Region von ihrem Plan erst einmal Abstand genommen. Das eröffne die Möglichkeit, „mit genügend zeitlichem Vorlauf eine vertretbare und zukunftsfähige Lösung zu finden“, heißt es in einer Pressemitteilung. Und Regionssprecherin Carmen Pfoertner ergänzt: „Wir stehen mit der Schulleiterin in Kontakt und wollen auch mit den betroffenen Eltern reden.“
Die Eltern wollen vor allem verhindern, dass ihre Kinder künftig am Burgdorfer Bahnhof umsteigen. „Es ist nicht zumutbar, dass Achtjährige am Bahnsteig warten, während die Güterzüge vorbeirauschen“, kritisiert der Vater Christian July. Denn eine direkte Busverbindung zwischen den drei Ortsteilen und der Otzer Grundschule gibt es nicht. Die Kinder müssten deshalb zunächst mit dem Bus nach Burgdorf fahren, dort in die S-Bahn steigen und das letzte Stück vom Otzer Bahnhof zur Grundschule dann zu Fuß zurücklegen. Statt bisher rund fünf bis zehn Minuten wären sie nach der Berechnung der Region dann 44 Minuten unterwegs.
Die Region hatte ihren Vorstoß mit ihrer Satzung zur Schülerbeförderung begründet. Darin heißt es, dass ein Schulweg mit öffentlichen Verkehrsmitteln für Grundschüler zumutbar ist, wenn sie je Richtung höchstens 45 Minuten unterwegs sind. Das wäre nach der Berechnung der Region für die Schüler aus Weferlingsen, Dachtmissen und Sorgensen knapp erfüllt. Genau da setzt aber eine weitere Kritik der Eltern an. Sie befürchten, dass die Fußwege für die Kinder in der angegebenen Zeit gar nicht zu schaffen wären, sodass sie letztlich noch länger unterwegs wären.
Ihre Bedenken haben sie jüngst auch im Otzer Ortsrat zum Ausdruck gebracht. Die neue Schulleiterin der Otzer Grundschule Karen Lindner und die Otzer Ortsbürgermeisterin Ulla Träger hatten sie dabei ebenso hinter sich wie die Ortsvorsteher Bernhard Kracke (Weferlingsen), Jörg Neitzel (Dachtmissen) und Dirk Schwerdtfeger (Sorgensen). Die Argumente haben Bürgermeister Alfred Baxmann überzeugt, der daraufhin versprach, sich mit Vertretern der Region zu treffen, um ihnen die Situation vor Ort zu schildern. „Ich hätte auch Schwierigkeiten, meine Kinder auf diesen Schulweg zu schicken“, stellte er sich klar auf die Seite der Eltern. Auch die Regionsabgeordneten Oliver Brandt (CDU) und Rudolf Alker haben sich in die Diskussion eingeschaltet und an die Region appelliert, die Sammeltaxis weiter zu finanzieren.