Tagespflege wichtige Ergänzung zur Krippe

Tagesmutter Petra Wolf ist mit viel Herzblut dabei.

Stadt Sehnde setzt auf Fortbildung und Qualifizierung des Personals

von Dana Noll

ILTEN/SEHNDE (dno). Niedliches Gewusel morgens um 10 Uhr bei den "Iltener Krabbelmäusen". Hier, in der Großtagespflege werden derzeit 5 Mädchen und 5 Jungen von zwei Tagesmüttern betreut. Petra Wolf aus Ilten ist seit 2010 Tagesmutter, "mit Leidenschaft", wie sie erzählt. Seit 2013 führt sie die Großtagespflege in der Iltener Straße. Dabei an ihrer Seite Erzieherin Sina Meitzner sowie Lucie Kambach als unterstützende Kraft.
Die 1- bis 3-jährigen kommen derzeit aus Ilten, der Stadt Sehnde, Bolzum und Müllingen - die Plätze sind heiß begehrt und die Nachfrage ist groß. "Die Eltern schätzen die persönliche Atmosphäre, die familienfreundlichen Zeiten und die kleinen Gruppen, die es uns ermöglichen, individueller auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen", erzählt Sina Meitzner. Ähnlich wie in der Krippe, ist der Tag hier strukturiert. Nach der Bringzeit, gibt es Frühstück, dann geht es meist an die frische Luft, bevor es Mittagessen gibt und sich bei einem Mittagsschlaf ausgeruht wird. Am Nachmittag gibt es noch eine kleine Teezeit bevor die Kinder wieder ab 15 Uhr abgeholt werden. Dazwischen ist viel Zeit zum spielen, bauen, basteln, kneten, lesen, experimentieren und singen.
"Wir bekommen viel positives Feedback von den Eltern. Meist werden auch die nachfolgenden Geschwisterkinder zu uns gebracht", freut sich Petra Wolf.
Die Tagespflege ist eine wichtige Ergänzung zur Krippenbetreuung. Auch in Sehnde ist sie ein wichtiges Standbein in der Kinderbetreuung der unter Dreijährigen. Aktuell kümmern sich 20 Tagespflegepersonen - darunter auch ein Mann - um die etwa 90 Kleinkinder.
Doch neben der Nachfrage steigen auch die Anforderungen an das Betreuungspersonal.
Die Ausbildung umfasst nun etwa 300 Stunden. Voraussetzung sind weiterhin: Mindestens ein Hauptschulabschluss, gute Deutschkenntnisse, ein Erste-Hilfe-Kurs, ein polizeiliches Führungszeugnis sowie geeignete Räumlichkeiten für die Betreuung, die vom Jugendamt begutachtet werden.
An die Ausbildung schließen sich Fortbildungsstunden an. Diese wurden von der Region im vergangenen Jahr von 10 Stunden auf 24 Stunden heraufgesetzt. Bislang mussten sich die Tagespflegepersonen selbst um die Ausbildung kümmern. Die Stadt plant, dies nun zentral zu organisieren und direkt in Sehnde anzubieten - lange Anreisen würden so entfallen und auch Honorare würden weiter gezahlt werden.