SüdLink: Stopp für die Stromtrasse auch von Isernhagen über Burgwedel und Burgdorf nach Lehrte und Sehnde!

Auch für den Burgwedeler Bürgermeister Axel Düker sieht nach dem Bescheid der Bundesnetzagentur jetzt "die Zeit des Werfens von Nebelkerzen vorbei". (Foto: Renate Tiffe)
 
Jetzt müssen die Fakten auf den Tisch, fordert der Bundestagsabgeordnete und frühere Burgwedeler Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt. (Foto: Renate Tiffe)

Ein Beitrag von Renate Tiffe - Genehmigungsbehörde verlangt Überarbeitung der Pläne

ALTKREIS BURGDORF (ti). Ein Aufatmen geht durch die betroffenen Altkreis-Kommunen Burgwedel und Isernhagen, von der Wedemark bis Burgdorf, Lehrte und Sehnde. Ein Jahr lang sind sie durch den künftigen Netzbetreiber TenneT mit unklaren Informationen zum Bau der Stromtrasse SüdLink hingehalten worden. Zu den zusätzlichen Trassenvorschlägen aufgrund der Bürgerbeteiligung wurden keine konkreten Angaben gemacht. Jetzt hat die Bundesnetzagentur als zuständige Genehmigungsbehörde ein deutliches Stopp-Zeichen gesetzt. Sie verlangt eine Überarbeitung der Pläne.
Die Stellungnahmen überstürzten sich, nachdem sich am 18. Februar die Bundesnetzagentur zum Antrag von Tennet auf die Bundesfachplanung geäußert hat. Erst damit wird das Planungsverfahren für den Bau der Trasse in Gang gesetzt. „Tennet muss nachsitzen“ beschrieben die SPD-Bundestagsabgeordneten Caren Marks und Dr. Matthias Miersch die neue Lage. Sie erwarten transparente Kriterien und Aufklärung darüber, warum der Trassenvorschlag Ost (durch Sachsen-Anhalt) nicht weiter verfolgt wurde.
„Alle Fakten müssen auf den Tisch kommen, um die Belange abzuwägen und die Alternative mit der geringsten Belastung für Mensch und Umwelt zu wählen“, meinte Dr. Hendrik Hoppenstedt, der Bundestagsabgeordnete der CDU. Zwar werde es schwierig, den Zeitplan einzuhalten. Aber gründliches Arbeiten gehe vor Schnelligkeit. Fest steht der Atomausstieg 2022.
Hoppenstedt erläuterte, dass es nach einer Resolution der Bundestagsabgeordneten im Bundeswirtschaftsministerium einen Referentenentwurf zur Nachbesserung bei der Erdverkabelung gebe. Sie bringe zwar auch Probleme mit sich, lasse aber auf mehr Akzeptanz bei den Bürgern schließen.
Der frühere Burgwedeler Bürgermeister rief die betroffenen Gemeinden dazu auf, den Zeitgewinn zu nutzen, und sich intensiv auf die Antragskonferenzen vorzubereiten, bei denen die Städte und Gemeinden erstmals offiziell die Möglichkeit haben, ihre Einwände vorzubringen.
Bestätigt sieht sich Isernhagens Bürgermeister Arpad Bogya in seiner Forderung nach Überprüfung der Osttrasse, bei der er von Anfang an ein „Abwägungsdefizit“ beklagt hatte. Er begrüßte das Einschreiten der Bundesnetzagentur. Es setze TenneT eine Grenze und mache deutlich, dass es im Vorfeld keine Abstimmungen mit dem Unternehmen gegeben habe, wie viele vermuteten. Tennet müsse jetzt die Vorzugstrasse und die Alternativen besser begründen und mehr Klarheit für die Bürger schaffen.
„Wie sollen wir das Problem einer Starkstromtrasse von Norden in den Süden transportieren, wenn uns selbst die Informationen fehlen?“, fragt Burgwedels Bürgermeister Axel Düker, da auch auf Nachfragen keine nachvollziehbaren Antworten gekommen seien. Die Zeit des Werfens von Nebelkerzen sei vorbei. Der Entwurf mit den Nebentrassen gehe überhaupt nicht. Düker betonte, dass es eine enge Abstimmung unter den Kommunen gebe.
In Burgdorf sind die Bürgerinitiativen in den einzelnen Ortsteilen gut vernetzt. Gegründet hat sich mittlerweile auch ein Landesverband, in dem die Stadt durch Rainer Hübbe aus Dachtmissen vertreten ist. Der Ortsteil ist am meisten betroffen, da er von zwei Alternativtrassen „umzingelt“ sei, wie er sagt. Die „Ohrfeige“ der Bundesnetzagentur sei jetzt ein kleiner Etappensieg, der das Verfahren aufhalte, das weder Umwelt- noch Menschengerecht ausgerichtet sei. TenneT habe die Rechnung ohne die Norddeutschen gemacht, glaubt Hübbe. Die seien nun einmal „sturmfest und erdverwachsen“.