Studenten liefern Ideen zur Stadtentwicklung

Interessiert ließen Wolfgang Obst und Hülptingsens Ortsvorsteher Hans-Joachim Ehrhardt die prämierten studentischen Entwürfe auf sich wirken. (Foto: Georg Bosse)

Bürgermeister bittet um mehr Bürger- statt Ablehnungsbeteiligung

BURGDORF (gb). Vor rund drei Jahren hat die Stadt Burgdorf einen bürgerorientierten Innenstadt-Entwicklungsplan erarbeiten lassen. Im Rahmen dieses Bearbeitungsprozesses waren Architektur- und Planungsstudenten aus Hannover und Kassel eingeladen worden, um ihre frischen Ideen zu den städtebaulichen Entwicklungsperspektiven Burgdorfs anschaulich darzulegen. Diese studentischen Entwürfe sind der interessierten Burgdorfer Öffentlichkeit seit dem vergangenen Mittwoch im Ratssaal des Schlosses am Spittaplatz zugänglich.
Etwa fünf Monate lang hatten die jungen Leute aus Hannover und Kassel Zeit und Gelegenheit ihren Sachverstand einzusetzen, um ihre über den Tellerrand hinaus gehenden Betrachtungsweisen zur Konkretisierung des Burgdorfer Innenstadtkonzeptes auszuarbeiten, zu formulieren und modellhaft darzustellen. „Wir denken dabei in Zeiträumen von 15 bis 20 Jahren, wie Burgdorf dann wohl aussehen könnte. Denn wir möchten keine interessengeleitete Entwicklung auf Zuruf, sondern eine bürgerorientierte Stadtentwicklung. Das bedeutet aber auch, dass sich Bürgerbeteiligung nicht nur in Ablehnungsbeteiligung erschöpft. Ich bitte alle, von unserem Informationsangebot Gebrauch zu machen und nicht erst kritisch aktiv zu werden, wenn etwaige Probleme am eigenen Gartenzaun angekommen sind“, wurde Bürgermeister Alfred Baxmann am vergangenen Dienstagabend recht deutlich.
Anlass zu dieser Baxmann-Bitte gab die Eröffnung der Ausstellung studentischer Arbeiten im Ratssaal des Burgdorfer Schlosses. Verbunden damit war die vorherige Prämierung der besten Entwurfsarbeiten zu den vier Themenbereichen „Spittaplatz“, „Schützenplatz“, „Südstadt“ und „Raiffeisenareal“, zu denen rund 40 Modellprojekte eingereicht worden waren. Dazu hatte die Stadtsparkasse Burgdorf (SSK) für die insgesamt zwölf Auszuzeichnenden alles in allem 2.000 Euro Preisgelder ausgelobt. Nachdem eine Jury unter der fachkundigen Regie der Architektin und Stadtplanerin Sandra Pechmann (Braunschweig) die preiswürdigen Entwürfe ermittelt hatte, schritt man gemeinsam mit den Studenten und den geladenen Gästen zur den vier Besten-Auszeichnungen, denen jeweils 250 Euro zuteil wurden.
Und so stellte Sandra Pechmann mit Tobias Müller, Erich Wziontek und Thomas Voltmer aus Hannover die Sieger „Spittaplatz“, mit Thomas Reusche und Hyon Jeong Choi aus Kassel die Sieger „Schützenplatz“ sowie mit Hannah Wening und Anna Kröger aus Hannover die Siegerinnen „Südstadt“ vor. Aus den 16 eingereichten Planungen für das Burgdorfer „Raiffeisenareal“ ragte das Konzept von Aslikan Gur, Murat Gazi Samut und Artur Mastel aus Hannover hervor. Die zweit- und drittplatzierten Entwürfe erhielten Preisgelder in Höhe von je 150 bzw. 100 Euro. Damit habe der Nachwuchs den Nachweis für das städtebauliche Potenzial Burgdorfs erbracht, so Stadtmarketing-Vorsitzender Dr. Karl-Heinz Vehling (SMB). Und Baxmann lobte die Arbeiten nicht nur als „sehens- und umsetzungswürdig“, sondern auch Burgdorfs Stadtplaner Jan-Hinrich Brinkmann für dessen großartiges Engagement nicht nur bei diesem Projekt.
Die Ausstellung im Burgdorfer Schloss kann noch bis Freitag, 13. April, besichtigt werden. Morgen am Sonntag von 14.00 bis 17.00 Uhr. In der kommenden Karwoche sind Besuche mit fachlicher Führung nach Vereinbarung unter der Telefonnummer 05136/898-361 möglich. Nach Ostern gibt es Möglichkeiten zur Inaugenscheinnahme am Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 16.00 bis 19.00 Uhr, zu denen Jan-Hinrich Brinkmann oder eine andere fachkundige Person aus der Verwaltung für Fragen und Erläuterungen gerne zur Verfügung steht.