Streit bei Sekt und Schnittchen

Die Schwestern Elvira (Katharina Ehlers) und Beata (Line Polomski) geben vor, sich versöhnen zu wollen. Doch schon nach kurzer Zeit bröckelt die Fassade und die alten Konflike brechen wieder hervor.
 
Ernst (Anias Ruff, von links), Elvira (Katharina Ehlers), Hubert (Julian Schmidtmann) und Beata (Line Polomski) versuchen, den Schein zu waren. Doch unter der Oberfläche sind sie von Missgunst und Gier getrieben.
Burgdorf: JohnnyB. |

Das VVV-Theater lädt zur Premiere des Stücks „Verwandte und andere Betrüger“ ein

BURGDORF (fh). Die vier Schauspieler des VVV-Theaters beugen sich über ein Tablet. Auf dem Bildschirm sind Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Elvira (Katharina Ehlers) und ihrem Mann Ernst (Anias Ruff) zu sehen, die sie bei einer der vorangegangenen Proben gemacht haben. Wenige Tage vor der Premiere des Stücks „Verwandte und andere Betrüger“ diskutiert die Laienspielgruppe über die letzten Details. Zum Beispiel darüber, welches der Fotos später an der Wohnzimmerwand im Bühnenbild hängen soll. Und auch den passenden Blumenschmuck für den Tisch müssen sie noch auswählen.
Am Freitag, 23. Februar, ist es dann soweit: Das VVV-Theater führt die Komödie „Verwandte und andere Betrüger“ von Alexander Ollig zum ersten Mal vor Publikum auf. Zusammen mit Ehemann Hubert (Julian Schmidtmann) besucht Beata (Line Polomski) ihre Schwester Elvira und deren Mann Ernst. Die Schwestern geben vor, sich nach drei Jahren endlich wieder versöhnen zu wollen. Doch unter der Oberfläche brodeln die alten Konflikte weiter. „Keiner steht zu dem, was er ist“, fasst Anias Ruff zusammen. So gibt Beata beispielsweise vor, dass ihr Mann – eigentlich ein Autoschlosser – Arhäologie-Professor sei und Ausgrabungen in allen Teilen der Welt leite. Elvira steht ihrer Schwester in nichts nach: Sie gibt ihren Mann, der Sachbearbeiter ist, kurzerhand als Abteilungsleiter aus. „Die Charaktere sind einerseits aus dem Leben gegriffen, sodass sich jeder wiederfinden kann. Andererseits sind sie komplett überzogen“, beschreibt Regisseurin Birgit Hübert den Reiz des Stücks.
Als die Nachricht eintrifft, dass Erwin, der Onkel der beiden Schwestern, 150000 Euro im Lotto gewonnen hat, überschlagen sich die Ereignisse. Denn nur Elvira und die aufmerksame Haushaltshilfe Frau Pahlke (Ines Schmidt) wissen, dass er längst nicht mehr lebt. Hubert und Beata wird das erst klar, als sie einen Blick in die Tiefkühltruhe werfen... Doch Trauer und Entsetzen sind schnell vergessen, als sich die Frage stellt, wie sie an den Lottogewinn kommen können.
„Die vier Charaktere halten sich gegenseitig immer wieder den moralischen Spiegel vor, aber im Laufe des Stücks wird immer klarer, dass keiner von ihnen eine weiße Weste hat“, Anias Ruff, der auch Co-Regie geführt hat. Eine besondere Herausforderung sei es für ihn gewesen, dass Ernst soweit von seinem eigenen Charakter entfernt sei. „Er ist unglaublich naiv und unterwürfig“, beschreibt er.
Die Premiere beginnt am Freitag, 23. Februar, um 20 Uhr im Theatersaal des JohnnyB., Sorgenser Straße 30. Weitere Aufführungen gibt es am Samstag, 24. Februar, um 20 Uhr, am Sonntag, 25. Februar, um 15 Uhr sowie am Freitag und Samstag, 2. und 3. März, jeweils um 20 Uhr. Alle Aufführungen finden im Theatersaal, des JohnnyB., Sorgenser Straße 30, statt. Karten sind im Vorverkauf für 10 Euro (ermäßigt: 8 Euro) bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, erhältlich. Außerdem können sie im Internet unter www.vvvtheater.de reserviert werden. An der Abendkasse kosten die Karten jeweils 2 Euro mehr.