„Strafrechtliche Konsequenzen werden unterschätzt“

Präventionsworkshops an der IGS Lehrte mit Björn Harms von der PI Burgdorf, hier die Klasse 8.2 zum Thema Gewalt.

Präventionsworkshops an der IGS Lehrte

VON DANA NOLL

HÄMELERWALD. Mobbing, Gewalt und Sucht sind Themenfelder, mit denen sich vor allem Jugendliche konfrontiert sehen. Besonders an den weiterführenden Schulen bilden diese oft den Anlass für Konflikte. Das weiß auch Schulsozialarbeiterin Corinna Gerardi von der IGS Lehrte zu berichten:“ Das sind schon die Hauptproblemfelder, mit denen die Schüler sich auseinandersetzen müssen. Besonders das Thema Mobbing hat zugenommen.“
In Präventionsworkshops wurden nun an der IGS Lehrte/Standort Hämelerwald, diese Themen klassenspezifisch aufgearbeitet. In Kooperation mit der PI Burgdorf startete das Projekt im April für den 7. Jahrgang mit dem Thema Mobbing. Hier stand vor allem das Cybermobbing sowie die strafrechtlichen Konsequenzen im Fokus.
„Die Schüler sind sich oft nicht bewusst, dass es strafrechtliche Konsequenzen geben kann, auch wenn sie noch nicht volljährig sind“, so Kriminalhauptkommissar Björn Harms, der auch als Beauftragter für Jugendsachen in der PI Burgdorf tätig ist, „Sie gehen sehr sorglos damit um und denken, mir kann schon nichts passieren!“
Doch dies ist ein Trugschluss, denn, „obwohl sie noch nicht strafmündig sind, muss die Polizei den Fall verfolgen und es wird im System vermerkt. Kommt es dann später zu erneuten Strafhandlungen, wird dies anders bestraft als bei einer Ersttat“; so Harms. „Mit den neuen Medien können alle umgehen, aber die möglichen strafrechtlichen Konsequenzen sind den Schülern oft nicht bewusst“, stellt auch Corinna Gerardi immer wieder fest.
Auch im zweiten Workshop mit dem Thema Gewalt, der für den 8. Jahrgang stattfand, schienen die Schüler überrascht, dass „Gewalt, schon bei Beleidigungen und Schimpfwörtern anfängt“, so Gerardi.
„Wir wollen Sensibilität für diese Themen schaffen und den Schülern erklären, dass es durchaus auch in der digitalisierten Welt, in der sie sich bewegen, Grenzen gibt und auch Konsequenzen für Handlungen, die andere verletzen“, so die Schulsozialarbeiterin.
Im Juni wird der 9. Jahrgang sich abschließend mit dem Thema Sucht befassen. Insgesamt werden über 350 Schülerinnen und Schüler die Workshops durchlaufen.
„Das Feedback von Seiten der Lehrer als auch der Schüler ist gut“, so die Organisatoren, „Wir haben das in dieser Form erstmalig an unserer Schule durchgeführt, aber es ist durchaus denkbar, dieses Projekt weiter zu wiederholen.“
„Wer Probleme hat, sollte sich an eine Person seines Vertrauens wenden“, rät Corinna Gerardi, „Dies können die Eltern, Tutoren, die Schulsozialarbeiterin, die Beratungslehrerin (Christa Schwedthelm an der IGS Lehrte) oder natürlich die Polizei, sein.“