Stephan Weil in Isernhagen

Im sozialen Kaufhaus erzählte Katja Jelinek dem Minsterpräsidenten Stephan Weil (links) und dem Landtagsabgeordneten Marco Brunotte von ihrer Arbeit.

Der Ministerpräsident besuchte die Bäckerei Jasiek und den Verein Caspo e.V.

ISERNHAGEN (dno). Der SPD-Landesvorsitzende und niedersächsische Ministerspräsident Stephan Weil machte bei seiner Tour durch die Region in der vergangenen Woche auch in Isernhagen Halt. In Altwarmbüchen besuchte er gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Marco Brunotte und dem Ortsbürgermeister von Altwarmbüchen Philipp Neessen sowie Vertretern aus dem Ortsverband die Backstube Jasiek sowie Caspo e.V. mit dem sozialen Kaufhaus und dem Helfernetzwerk Flüchtlingshilfe.
Hier zeigte er sich interessiert an den täglichen Arbeitsabläufen sowie an den Sorgen und Nöten der (ehrenamtlichen) Mitarbeiter/innen. Dabei verriet er, dass er „in das Bäckerhandwerk im Rahmen eines Praktikums in Celle bereits hineingeschnuppert hätte.“
„Solche Praktika sind wichtig, um Berufe und Betriebe in der Region besser kennenzulernen und den Praxisbezug nicht zu verlieren“, so Weil. In der Backstube kam er mit den beiden Auszubildenden Marie Poltrock und den aus Afghanistan stammenden Amir Jeilami ins Gespräch. „Ich bin seit 2015 in Deutschland und sehe die Ausbildung zum Bäcker als Chance“, berichtete Jeilami. „Die Azubis sind sehr engagiert, wir wissen jedoch noch nicht, ob Amir in Deutschland bleiben darf“, so Geschäftsführerin Karola Neu besorgt.
Besorgt („Auf Dauer sind die vielen ehrenamtlich geleisteten Stunden nicht mehr haltbar“) aber vor allem engagiert („Die Arbeit macht große Freude, es kommt viel zurück an Dankbarkeit!“) zeigte sich das Team vom gemeinnützigen Verein Caspo e.V. . Leiterin Katja Jelinek erklärte dem Ministerpräsidenten die Arbeit des Vereins und führte ihn durch die Räumlichkeiten. Neben einer „Sozialen Boutique“, die liebevoll von den Stamm-Kund/innen als „unser Peek & Cloppenburg“ bezeichnet wird, nimmt ein Antik-Buchladen einen großen Bereich ein. Weil lobte, das ehrenamtliche Engagement der etwa 50 Mitarbeiter/innen als „Klasse Initiative“. Jelinek betonte kritisch, dass sie „nicht gefördert werden würden, die Miete selbst tragen müssten und auch die steuerlichen Belastungen enorm wären.“ In der angrenzenden Beratungsstelle Grata für Flüchtlinge und Migranten erfuhr er von Sozialwissenschaftlerin Christina Backen, dass, „hauptsächlich Menschen aus dem Irak oder Syrien kommen würden. Und für sie das größte Problem wäre, eine Unterkunft zu finden, die für größere Familien geeignet ist.“