„Städtische Sportförderung“ war großes Streitthema

Der TSV-Gesamtvereinsvorsitzende Ulrich Karos (Mi; stehend) sagte zur Sportförderung; „Bei einigen Politikern gewinne zuweilen ich den Eindruck, dass sie meinen, eigene Mittel zu verteilen und nicht öffentliche Gelder.“ (Foto: Georg Bosse)
 
Mit dem umstrittenen Zeitungsinterview in der Hand trat Bürgermeister Alfred Baxmann (l.) den provokanten Aussagen zur städtischen Sportförderung des TSV-Gesamtvereinsvorsitzenden Ulrich Karos entgegen. (Foto: Georg Bosse)

Funktionierende TSV Burgdorf ist für Stadt von großer Bedeutung

BURGDORF (gb). Man hätte zur diesjährigen Jahreshauptversammlung der TSV Burgdorf gerne in die TSV-„Tribüne“ ins Burgdorfer Stadion eingeladen, aber dort wäre es wohl ein wenig zu eng geworden, begrüßte Gesamtvereinsvorsitzender Ulrich Karos die knapp 50 Mitglieder. Deshalb fand die Versammlung im ausreichend geräumigen Veranstaltungssaal des „Hotel & Gasthauses Haase“ in Ahrbeck statt.
Die Turn- und Spielvereinigung (TSV) Burgdorf ist mit insgesamt aktuell 3.181 Mitgliedern in elf Sparten Burgdorfs größter Sportverein. „Von besonderer Wichtigkeit ist für uns die Betreuung und sportliche Anleitung von Kindern und Jugendlichen. In der TSV kommen wir alles in allem auf 1.264 Sportler/innen in den Altersgruppen bis 18 Jahren“, betonte Karos. Ein funktionierender Verein sei für die Kommune von großem Nutzen und ist als so genannter „weicher Standortfaktor“ von erheblicher positiver Bedeutung. „Allerdings darf dabei nicht vergessen werden, dass die größte Werbewirksamkeit gerade von dem am wenigsten geförderten Teil der Vereinsarbeit ausgeht – dem Leistungs- und Profisport“, sagte Ulrich Karos weiter.
Zur Unterstützung der Sportvereine durch die öffentlichen, knapp bemessenen Haushaltsmittel, zu der von Karos vor wenigen Tagen ein herausforderndes Zeitungsinterview erschienen war, in dem er sinngemäß beklagt hatte, dass die Stadt Burgdorf „noch keinen einzigen Quadratmeter Sporthalle für die Vereine“ gebaut habe, merkte er in der Versammlung zusätzlich an: „Bei einigen Politikern gewinne ich zuweilen den Eindruck, dass sie meinen, eigene Mittel zu verteilen und nicht öffentliche Gelder.“ Dieser Herausforderung musste sich Bürgermeister und TSV-Mitglied Alfred Baxmann natürlich stellen. Er verwies auf den Zuschuss von rund 1,3 Millionen Euro für den Hallenbau beim und mit dem Heesseler Sportverein (HSV), der mit Inbetriebnahme auch Hallenkapazitäten für andere Vereine freigemacht habe. Ferner sei der (Um-)Bau der Stadiontribune zum TSV-Vereinsheim „Tribüne“ mit 100.000 Euro gefördert worden. „Sicher ist, dass die alte Gudrun-Pausewang-Sporthalle nach dem Umzug der Grundschule ans Gymnasiumzentrum weichen wird. An diesem Standort soll dann keine Schulsporthalle, sondern eine Vereinssporthalle mit Schwerpunkt Ballsportarten entstehen“, klärte Baxmann auf, der sich einen kleinen aber feinen Seitenhieb auf die TSVer nicht verkneifen konnte. Die Stadt könnte ja ein kostenloses Grundstück und eine Million Euro locker machen, damit die TSV eine Sporthalle nach ihren Vorstellungen bauen kann. „Aber diese Summe ist wahrscheinlich zu wenig“, so der bissige Bürgermeister. Ulrich Karos, der das Thema in der Zusammenkunft nicht zum Gegenstand von Auseinandersetzungen machen wollte, fuhr danach mit der Tagesordnung fort.
Darunter mit Kurzberichten der Abteilungen und Ehrungen. Für die TSV-Schwimmabteilung führte ihr Vorsitzender Frank D. Wernicke aus, dass er es bedauere, sein Amt und seine Arbeit nicht länger fortführen zu wollen, obwohl mit dem Vorstandsteam, den Schwimmkindern und Trainern erfolgreich Vereinssport und Jugendförderung betrieben werden kann: „Es sind die äußeren Umstände. Wenngleich die Bundespolitik sich alle Mühe gibt, das Ehrenamt durch angemessene Anpassung der Ehrenamtspauschale und Übungsleiterpauschale zu erhalten, werden die Verwaltungsauflagen durch vollkommen überzogene Anforderungen immer höher. Beispielsweise bei der Verwaltung von Übungsleiter-Abrechnungen, Prüfungen durch Rentenkassen, Prüfungen durch Finanzämter, Prüfungen von Kassenprüfern. Dadurch kann eine ehrenamtliche Tätigkeit nicht mehr den geänderten Anforderungen gerecht werden.“
Anschließend standen insgesamt 46 Ehrungen auf dem Programm. Badminton: Sabrina Siegmund (25 Jahre). Fußball: Olaf Klippstein, Wolfgang Weiß (beide 25 Jahre), Manfred Glinka (50 Jahre). Handball: Sandra Felixson-Peters, Jan-Hendrik Westendorf (beide 25 Jahre), Thomas Gräbner, Rolf Hoppe, Michael Westendorf, Matthias Schröder (alle 40 Jahre). Leichtathletik: Roswitha Baer, Heike Helbing, Tanja Helbing, Marcus Könecke, Daniel Weiss (alle 25 Jahre), Vera Bode, Hilmar Jagst, Hansjoachim Kochanski, Frauke Lindemann, Silke Unnering, Karl Wagner, Kerstin Wagner (alle 40 Jahre), Karin Hübner (50 Jahre). Ski: Detlef Brandt, Rainer Pidde (beide 25 Jahre), Albert Oelkers (40 Jahre). Tennis: Brunhilde Stoll, Dietmar Stoll, Helmut Voss, Dietmar Schiebel, Karin Schiebel (alle 25 Jahre), Gerd Obermeyer, Inge Tappe (beide 60 Jahre). Tischtennis: Manfred Almes (40 Jahre). Turnen: Ursula Frey, Peter Geisler, Silke Gliemann, Marita Greite-Arlt, Erika Malcherek, Dennis Schünemann (alle 25 Jahre), Lisa Behrens, Andreas Frerichs, Käthe Ruhe (alle 40 Jahre), Rosemarie Braun, Karin Hübner, Dr. Peter Kubesch (alle 50 Jahre).