Stadtmarketing Burgdorf präsentiert „Hinter Schloss und Riegel“

Angelika Bode stellt die Burgdorfer Kriminalgeschichte vor. (Foto: SMB)

Stadtführung am 5. Juli/ Verbrechen, die die Stadt bewegten

BURGDORF (r/jk). Die abgründigen Seiten der Auestadt stehen am Sonntag, 5. Juli, im Mittelpunkt der vierten öffentlichen Stadtführung in der aktuellen Sommersaison. Stadtmarketing Burgdorf (SMB) präsentiert sie unter dem Motto „Hinter Schloss und Riegel – die Burgdorfer Kriminalgeschichte“. Als Ausgangspunkt fungiert der Wicken-Thies-Brunnen auf dem Spittaplatz. Beginn ist um 14.00 Uhr. Stadtführerin Angelika Bode besucht mit ihren Begleitern die Schauplätze historischer Kriminalfälle und deckt ihre spektakulären Hintergründe auf.
Vor dem Burgdorfer Schloss berichtet Angelika Bode von harmlosen Rechtsbrechern, die schon wegen eines Bagatelldelikts in die gnadenlosen Mühlen der Justiz gerieten. Leugnete der Delinquent sein Verbrechen, stand ihm eine schmerzhafte Begegnung mit dem im Schlossgebäude ansässigen Scharfrichter bevor. Dieser „lud“ seinen „Klienten“ zu einem Besuch in die Folterkammer des Schlosses ein, wo er die unangenehme Bekanntschaft mit diversen Marterinstrumenten machte. Nach dem Abschluss dieser Prozedur waren nicht nur die wirklich Schuldigen zu einem Geständnis bereit.
Der weitere Streifzug durch die Burgdorfer Kriminalgeschichte führt zum Amtsgericht und zum Pfarrwitwenhaus, in dem am 13. September 1845 ein Aufsehen erregender Mord geschah. Ein unter Geldsorgen leidender Schlachtermeister ermordete an diesem Tag einen Verwandten, der eine große Summe Bargeld mit sich führte, und vergrub die Leiche vor den Toren der Stadt. Nachdem aufmerksame Hunde den verscharrten Leichnam des bisher als vermisst gegoltenen Verwandten entdeckt hatten, entlarvten die Ermittler in kurzer Zeit den verantwortlichen Übeltäter. Dieser büßte seine Verzweifelungstat am 19. März 1847 auf dem Celler Schafott.
Bis heute unvergessen ist auch der in Wildwestmanier ausgeführte Banküberfall des damaligen Studenten und späteren Schauspielers Burkhard Driest. Er drang im Jahr 1965 als Student bewaffnet in die Filiale der Burgdorfer Stadtsparkasse am Celler Tor ein und erbeutete einen erheblichen Geldbetrag. Nach einer mehrjährigen Gefängnisstrafe begann seine langjährige Karriere als Schauspieler und Romanautor. Über diverse andere Kriminalfälle, die bereits in Vergessenheit geraten sind, verrät Angelika Bode spannende Details.
Teilnehmerkarten gibt es bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, Tel. 05136/1862.