Sprachentwicklung ein wichtiger Teil der Gesamtentwicklung

Astrid Hildebrandt, Frauen- und Mütterzentrum Burgdorf, und Logopäde Jens Pernau beim Infoabend zur Sprachentwicklung und -förderung. (Foto: Dana Noll)

Infoabend im Mütterzentrum mit Logopäde Jens Pernau

BURGDORF (dno). Die Zunahme sprachlicher Defizite ist bereits im frühen Kindesalter zu sehen. Auch im Frauen- und Mütterzentrum Burgdorf erkennen die Fachkräfte häufig erste Probleme in der Sprechentwicklung. Nun wurde zu einem Infoabend geladen, bei dem Experte Jens Pernau über Möglichkeiten der Logopädie sowie alltagsorientierte Sprachförderung informierte.
„Wichtig ist, jede Handlung sprachlich zu begleiten. Kinder lernen durch Sinneswahrnehmungen, sie vernetzen alles und begreifen so die Zusammenhänge“, erklärte Logopäde Jens Pernau. Seit 19 Jahren führt er eine logopädische Praxis in Burgdorf und ist spezialisiert auf Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schlucktherapie. Zunehmend beobachtet er, dass die Auffälligkeiten beim Sprechen lernen wachsen. Etwa ein Viertel der Kinder haben Sprachschwierigkeiten, etwa 10 Prozent sogar Sprachentwicklungsstörungen und benötigen gezielte logopädische Therapie.
„Es ist eine Kombination aus Kultur, Gesellschaft, Umwelt und Lebensumstände“, so Pernau. Auch die neuen Medien sind nicht immer hilfreich im Spracherwerb. „Es ist falsch Kinder nur vor Handy, Konsolen oder den Fernseher zu setzen, denn die Kinder lernen durch die Interaktion. Dabei spielen die Eltern eine bedeutende Rolle. Sie sind hauptverantwortlich für die Gesamtentwicklung des Kindes, bei der die Sprachentwicklung eine große Rolle spielt“, so Pernau.
Dem pflichtet auch Astrid Hildebrandt, sprachfördernde Fachkraft im Frauen- und Mütterzentrum und hier in der Krippenleitung, bei: „Erziehung ist, die Kombination aus Beispiel und Liebe. Das heißt, was die Eltern den Kindern vorleben, ist für die altersgerechte und gesunde Entwicklung wichtig!“ Studien belegen, dass die Sprache der Kinder sich insbesondere dann positiv entwickelt, wenn sie sich in einer „sprachreichen“ Umgebung bewegen.
In einer kleinen Runde im Frauen- und Mütterzentrum kamen die interessierten Eltern ins Gespräch und in die Diskussion mit dem Experten. Vom „ABC des Sprechenlernens“ bis hin zum „Sprachbaum“ erklärte Jens Pernau, wie sich Kinder sprachlich gut entwickeln können. Dabei sollten Wort- und Rollenspiele sowie Lieder aber auch Vorsorgeuntersuchungen, Körperkontakt und Sinnesförderung von Hören bis Tasten zum Einsatz kommen.