„Sportpaten“ für Asylbewerber gesucht

Ermöglichung von Teilhabe am sportlichen Leben

BURGDORF (r/jk). Der Burgdorfer „Arbeitskreis Integration“ sucht Bürgerinnen und Bürger, die als „Sportpaten“ Asylsuchenden das Sporttreiben, etwa in den lokalen Vereinen, ermöglichen möchten.
Während Kinder und Jugendliche hierfür auch während des Asylverfahrens Anspruch auf Unterstützung über das „Bildungs- und Teilhabepaket“ haben, entfällt diese Möglichkeit mit dem Eintritt ins Erwachsenenalter. Auf informeller Ebene übernehmen daher bereits jetzt Freiwillige die Vereinsbeiträge für einzelne Asylbewerber. Aufgrund des zu erwartenden Anstiegs der Asylbewerberzahlen geht der Arbeitskreis jedoch von einem sich erhöhendem Bedarf aus.
Schon im Leitbild des Arbeitskreises heißt es: „Unter Integration verstehen wir das Streben nach gleichberechtigter Teilnahme und Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Zusammenleben.“ Asylsuchende sind in vielerlei Hinsicht in ihrer Teilhabe eingeschränkt. „In der gegenwärtigen Asylpolitik spielt Integration nur eine untergeordnete Rolle“, so Roy Gündel, Integrationsbeauftragter der Stadt Burgdorf und Vorsitzender des Arbeitskreises Integration, etwa mit Blick auf die fehlende Bereitstellung finanzieller Mittel für die Kommunen zur sozialen Begleitung von Asylsuchenden. „Wir sind uns im Arbeitskreis aber darin einig, dass integratives Engagement unabhängig vom Rechtsstatus vom ersten Tag an sinnvoll und erforderlich ist.“
Asylsuchende können über das Medium Sport sehr leicht Kontakt zu anderen Burgdorfern aufbauen. Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede spielen hier keine entscheidende Rolle. „Das gemeinsame Sporttreiben ist also ideal für Integration“, so Roy Gündel weiter. Das Patenschaftsmodell ermöglicht es auf der anderen Seite den Bürgerinnen und Bürgern, sich ganz konkret integrativ zu engagieren. Jeder Pate weiß genau, wem seine Hilfe zugute kommt. Es besteht somit die Möglichkeit, in einen direkten Kontakt zu treten und so Barrieren abzubauen.
Wer seine Bereitschaft zur Übernahme einer Patenschaft bereit erklärt, wird zunächst Teil eines Pools an Freiwilligen. Im Bedarfsfall wird dann der konkrete Einzelfall erörtert und abgeklärt, ob die Bereitschaft weiterhin besteht. Möglich sind zum Beispiel auch zeitlich begrenzte Patenschaften.
Interessierte melden sich bitte bei Roy Gündel (Tel. 0174/9162422 oder Email: intergration@burgdorf.de).