Spielzeit im Theater am Berliner Ring geht turbulent weiter

Die Aufführung „Venedig im Schnee“ wird am 12. Dezember 2014 präsentiert. (Foto: SMB)

Vom schillernden Varieté in ein verschneites anatolisches Dorf

BURGDORF (r/jk). Abonnenten und regelmäßige Besucher des Theaters am Berliner Ring wissen den abwechslungsreichen Spielplan zu schätzen, der die acht Gastspiele einer Saison mit dem Theater für Niedersachsen auszeichnet. Von der klassischen Tragödie über das Musical bis zu heiteren Komödien und Schauspielen aus der Gegenwart ist alles dabei. Wer bisher noch nicht das besondere Flair eines Theaterabends am Berliner Ring erlebt hat, kann dies in der laufenden Spielzeit nachholen.
Ab Dezember sind sechs weitere Gastspiele des Theaters für Niedersachsen jeweils freitags um 20.00 Uhr (mit einer kostenlosen Einführung um 19.30 Uhr) zu sehen. Eintrittskarten gibt es bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, und im Internet unter www.vvvburgdorf.de. VVV-Mitglieder und Jugendliche erhalten Ermäßigungen.
Als rasante Boulevard-Komödie und intelligente Gesellschaftssatire präsentiert sich „Venedig im Schnee“ am 12. Dezember. Im Zentrum des Schauspiels „Elling“, das auf einem norwegischen Erfolgsfilm von 2002 basiert, stehen zwei sympathische Neurotiker, die den Rückweg in ein normales Leben antreten wollen und dabei auf zahlreiche Hindernisse stoßen (zu sehen am 23. Januar 2015). Die brillante musikalische Verwechslungskomödie „Victor/Victoria“ mit Jens Krause in der Hauptrolle entführt die Zuschauer am 13. Februar 2015 in die Welt der Varietés und der Travestie im Paris der 1930er Jahre.
An den Ausbruch des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren erinnert am 13. März 2015 die Literarische Collage „Er verging wie der Rauch“. Gedichte, Lieder, Feldpostbriefe und Spielszenen vermitteln einen authentischen Eindruck der damaligen Zeitumstände. Andrew Lipperts „Eine wilde Party“ ist ein leidenschaftliches Musical, das mit mitreißend-jazzigen Tanznummern die goldenen 1920er Jahre wieder aufleben lässt. Das Theater am Berliner Ring zeigt das 2003 erstmals in Deutschland aufgeführte Erfolgsstück am 8. Mai.
Zum Ausklang der Spielzeit am 12. Juni greift das Schauspiel „Schnee“ (nach dem gleichnamigen Roman von Nobelpreisträger Orhan Pamuk) eine brisante und brandaktuelle Thematik auf. Als Schauplatz des Geschehens steht ein anatolisches Dorf im Mittelpunkt, in das ein in Deutschland lebender türkischer Dichter und Journalist zurückkehrt. Eine dort lebende junge Frau soll ihn als Ehefrau in seine neue Heimat begleiten. Als das Dorf durch Schneefall von der Außenwelt abgeschnitten ist, gerät der Deutschtürke zwischen die Fronten westlich orientierter Gruppen und der in alten Glaubenstraditionen verhafteten Landbevölkerung.