SPD-Themenstammtisch mit Schwerpunkt Wohnungsbau

Beim SPD-Themenstammtisch wurde zum Thema „Bezahlbarer Wohnraum“ diskutiert. (Foto: Dana Noll)

Vielschichtige Diskussion im Jürgen-Rodehorst-Haus in Burgdorf

BURGDORF (dno). Zu einem öffentlichen Themenstammtisch lud die SPD Burgdorf interessierte Bürger in das Jürgen-Rodehorst-Haus ein. Hier im Bürgerbüro Burgdorf referierte die 1. stellvertretende Bürgermeisterin Christa Weilert-Penk zum Thema „Sozialer Wohnungsbau – Bezahlbarer Wohnungsraum“.
Unter „Sozialem Wohnungsbau“ versteht man den staatlich geförderten Bau von Wohnungen, insbesondere für Gruppen, die ihren Wohnungsbedarf nicht am freien Wohnungsmarkt decken können. Dabei dürfen die geförderten Wohnungen nur an bestimmte Mietergruppen vergeben werden und es wird eine höchstzulässige Miete nach dem Wohnungsbaugesetz festgelegt. Soweit die Definition. Dass die Diskussion um dieses Thema vielschichtiger ist, bewies der Themenstammtisch der SPD.
Nachdem in Deutschland der soziale Wohnungsbau nach Ende des Zweiten Weltkrieges stark gefördert wurde, ziehen sich seit etwa 1988 Bund und Land aus der Wohnungsbauförderung zurück. So gab es beispielsweise 1987 noch 3,9 Millionen Sozialwohnungen, deren Zahl bis 2001 – dem letzten Jahr der Förderung neu gebauter Wohnungen – bereits auf 1,8 Millionen zurückging. Pro Jahr verlieren somit über 100.000 Wohnungen den Status „Sozialwohnung“.
Private Investoren sind oftmals weniger an langfristig stabilen Erträgen, sondern an schneller Amortisation ihrer Investition interessiert. Dafür werden Luxussanierungen und Umwandlungen in Eigentumswohnungen vorgenommen. Die Folge, die bisherigen Mieter können sich die stark erhöhten Mieten nicht mehr leisten.
Die aktuelle Förderung zum Beispiel durch die Region wird von Wohnungsunternehmen nicht voll abgerufen, da die Vermietung nicht rentabel genug sei. So erklären sich kaum Unternehmen bereit, Bauprojekte für einfach ausgestattete Wohnungen für Familien mit sechs bis sieben Personen zu realisieren.
Doch in Burgdorf steigen die Geburtenraten wieder leicht an und durch die Zuwanderung wächst der Ort. Der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum wird nun wieder wahrgenommen. „Es fehlen insbesondere Wohnungen für Familien und Einzelpersonen mit geringem Einkommen“, so Imke Fronia vom Diakonieverband Hannover Land.
„Erwerbsfähige Leistungsempfänger nach SGB II sind gern gesehene Mieter sind, da die Miete direkt von JobCenter überwiesen wird“, so Ahmet Kuyucu. Doch das Wohngeldrecht ist so kompliziert, dass viele Personen auf Anträge verzichten.
Breiten Raum in der Diskussion nahmen die konkreten Handlungsmöglichkeiten der Stadt Burgdorf ein. So sehen nach Bürgermeister Alfred Baxmann Verwaltung und Politik ihre Aufgabe darin, „für Menschen mit schmalem Geldbeutel Wohnraum zur Verfügung zu stellen“. Dabei können auf kommunaler Ebene nicht alle Probleme gelöst werden. So wird die SPD nach der Kommunalwahl ein Hearing veranstalten. Experten und Wohnungsunternehmen sollen befragt werden, unter welchen von der Stadt beeinflussbaren Rahmenbedingungen bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden kann.