Seit 75 Jahren bei der Feuerwehr

Bei der Jahreshauptversammlung wird Friedel Hoppe für seine 75-jährige Mitgliedschaft bei der Feuerwehr ausgezeichnet.
 
Der Feuerwehrmusikzug Burgdorf -Hänigsen begleitet die Jahreshauptversammlung musikalisch.

Der 90-jährige Friedel Hoppe erhält bei der Jahreshauptversammlung der
Ortsfeuerwehr Burgdorf eine seltene Ehrung

BURGDORF (fh). Detlef Hilgert hat schon viele Feuerwehrmänner und -frauen für ihre Verdienste und ihre langjährige Zugehörigkeit ausgezeichnet. Doch bei der Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Burgdorf hat der Brandschutzabschnittsleiter diesmal eine Ehrung vorgenommen, die auch für ihn neu war. Denn so lange wie Friedel Hoppe sind nur wenige dabei. Zum Abschluss der Veranstaltung überreichte Hilgert ihm eine Urkunde sowie eine Ehrennadel für 75 Jahre Mitgliedschaft bei der Feuerwehr. „Das erlebe ich zum ersten Mal“, so der Brandabschnittsleiter.
Hoppe ist 1942 mit 15 Jahren in die Burgdorfer Feuerwehr eingetreten. Während des Zweiten Weltkrieges war er mit dem Überlandlöschzug unter anderem auch nach Bombenabwürfen in Braunschweig und Hannover im Einsatz. „Als er 1950 aus der Kriegsgefangenenschaft nach Burgdorf zurückkehrte, hat er sich als erstes beim damaligen Stadtbrandmeister wieder dienstbereit gemeldet“, stellte Florian Bethmann in seiner Ansprache heraus.
Zuvor hatte der Ortsbrandmeister in seinem Jahresrückblick die 301 Einsätze und insgesamt 35146 Dienst- und Einsatzstunden gewürdigt, die die Burgdorfer Ortsfeuerwehr 2017 geleistet hat. Neben klassischer Brandbekämpfung und der großen Zahl an Sturmschäden und Türöffnungen erwähnte er auch einige Skurrilitäten. So sei die Feuerwehr unter anderem wegen Giftpilzen auf einem Spielplatz und einem Eichhörnchen auf einem Baum gerufen worden. Das sorgte für einige Lacher und Kopfschütteln im Saal, doch Bethmann betonte: „Wir werden auch diese Einsätze weiterhin professionell abarbeiten. Denn hinter jedem Einsatz steckt ein betroffener Mensch.“
Und in vielen Fällen werde die Feuerwehr dringend gebraucht. 2017 habe die Burgdorfer Ortsfeuerwehr insgesamt 56 Menschen gerettet. „Eine sehr beeindruckende Leistung, die jede Diskussion über Kosten überflüssig macht“, kommentierte der Ortsbrandmeister. Er beließ es bei diesem allgemeinen Appell – einen Katalog mit Forderungen an Politik und Verwaltung hatte er diesmal nicht mitgebracht. „Darauf hat sich Bürgermeister Alfred Baxmann wahrscheinlich eingerichtet, aber ich muss ihn enttäuschen“, sagte Bethmann mit einem Augenzwinkern. Stattdessen lobte er, dass sich Ausstattung und Ausbildungssituation verbessert hätten, auch wenn er gleichwohl durchblicken ließ, dass sicherlich der ein oder andere Wunsch noch offen sei.
Bethmann zeigte sich auch noch aus einem anderen Grund dankbar gegenüber Bürgermeister Alfred Baxmann: Er habe sich in der Diskussion nach dem Winterkonzert des Gymnasiums vor die Feuerwehr gestellt. Die Einlasskontrolle hatte bei der Veranstaltung im Dezember offenbar nicht funktioniert, sodass deutlich mehr Menschen in die Aula gekommen waren als zulässig. Als die Feuerwehr alle Besucher ohne Sitzplatz aufforderte, den Saal zu verlassen, sei das auf Unverständnis und Gegenwehr gestoßen.
Ebendieses Ereignis machte auch Baxmann zum Ausgangspunkt seines Grußwortes. „Immer mehr Bürger empfinden Einsatzkräfte als Störer und beschimpfen sie. Das ist eine Entwicklung, die mir richtig Sorge macht. Dagegen müssen wir uns wehren“, forderte er. Er prangerte an, dass die Aggressivität in der Gesellschaft gegenüber Feuerwehr, Polizei und Mitarbeitern der Verwaltung permanent zunehme. „Gehen Sie zum Gegenangriff über und erstatten Sie Strafanzeige“, so Baxmann. Er kündigte an, dass die Stadt sowohl ihre eigenen Mitarbeiter als auch Mitglieder der Feuerwehr anwaltlich unterstützen werde, wenn sie bei ihrer Arbeit bedroht oder beleidigt würden.
Auf die Grußworte folgten am Ende der Hauptversammlung die Ehrungen. Neben Friedel Hoppe für 75 Jahre wurde Wilfried Schiefler für 50 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet. „Als langjähriger Gerätewart hast du die Fahrzeuge nicht nur am Leben gehalten, sondern sie zum Teil in Eigenleistung erst geschaffen, so wie das heute gar nicht mehr denkbar ist“, würdigte Ortsbrandmeister Bethmann. Für 25 aktive Jahre wurden Christian Szameitpreiks und Klaus Wickboldt ausgezeichnet. Friedrich Wilhelm Kuhfuß, der sein Amt jetzt abgibt, erhielt eine Auszeichnung für sein zehnjähriges Engagement als Präsident der Alterkameraden. Für die Punkte, die sie für ihre geleisteten Einsätzen und Diensten gesammelt hatten, erhielten Torsten Rosenberger, Ann-Christin Beck, Kai-Thomas Katzberg und Peter Rückriem jeweils eine Ehrennadel der Stadt Burgdorf.
Lisa Marie Runkel, Arne Daug und Andre Stockmeier legten ihr Gelöbnis auf die Fahne der Freiwilligen Feuerwehr Burgdorf ab. Anschließend ernannte Stadtbrandmeister Dennis-Frederic Heuer sie zu Feuerwehrfrau beziehungsweise -mann. Kim Licht erhielt den Rang einer Oberfeuerwehrfrau. Marc Henties, Marcel Lüdtke und Klaus Wickboldt wurden zum Löschmeister ernannt und Ralf Schuppa zum Oberlöschmeister. Außerdem ernannte der Stadtbrandmeister Simon Grabow und Fabian Hennies zu Hauptlöschmeistern und Björn Schaprian sowie Lutz Drummer zu Oberbrandmeistern.
Die anwesenden Mitglieder würdigten die Ehrungen und Ernennungen mit einem dreifachen „Gut Schlach!“. Unterstützung bekamen sie dabei vom Feuerwehrmusikzug Burgdorf-Hänigsen, der auch während der Pausen spielte. Aus dem Musikzug selbst wurden Helmut Wedekind Senior für 60 Jahre und Helmut Wedekind Junior für 40 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Außerdem wurde Heiko Sacher zum Ehrencorps-Führer des Musikzugs ernannt.