Schwimmerbecken bleibt die gesamte Saison geöffnet!

Im Schwimmerbecken bleibt Bewegung - es wird in dieser Freibadsaison weiterhin geöffnet bleiben.
 
Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Sidortschuk hatte sich den Fragen der Bürger zur Schließung des Schwimmerbeckens gestellt und hat Wort gehalten, das Thema im Aufsichtsrat erneut zu diskutieren.

Bürgerveranstaltung brachte die Kehrtwende

VON DANA NOLL

LEHRTE. Aufatmen bei den Schwimmern in Lehrte! In der Sitzung des Aufsichtsrates der Lehrter Bädergesellschaft mbH am Mittwochabend wurde beschlossen, „Das Schwimmerbecken bleibt die gesamte Saison geöffnet - das Hallenbad wird geschlossen sein!“
Auch die Kritik zu den Wassertemperaturen - die von den Schwimmern vermehrt geäußert wurde - wurde angenommen. So wird das Schwimmerbecken nun auf 24 Grad Celsius erwärmt. Ein Thermometer wird in das Becken eingesetzt, „damit jederzeit überprüft werden kann, dass die Temperatur noch stimmt“, erklärt Geschäftsführer Eckhard Otto. Das Nichtschwimmerbecken wird weiterhin 26 Grad Celsius aufweisen.
„Die Erhöhung der Temperatur wird vorerst mit den vorhandenen technischen Anlagen erfolgen“, so Otto. Der Vorschlag, ein zusätzliches mobiles BHKW am Schwimmerbecken zu installieren, kann im laufenden Betrieb nicht eingebaut werden. „Dies würde erhebliche bauliche Maßnahmen nach sich ziehen“, erklärt Otto.
Auf der Informationsveranstaltung in der Vorwoche hatten sich über 200 Bürger mehrheitlich gegen eine Schließung des Schwimmerbeckens in der laufenden Freibadsaison ausgesprochen. Obwohl Lehrtes Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Sidortschuk ausdrücklich betonte, „dass es nur ein Versuch sei, wieder mehr Menschen ins Schwimmbad zu bekommen“, fand er wenig Zustimmung. Auch die Stadtratsfraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen sowie Die Linke hatten sich für eine „Kurskorrektur“ stark gemacht.
Obwohl die Freibadsaison bedingt durch das gute Wetter sehr positiv angelaufen ist - laut Otto kamen etwa 300 Gäste in den ersten vier Tagen – bleibt die Erkenntnis: Das Bad muss attraktiver werden - da sind sich Bürger, Politiker und Gesellschafter einig. Sinkende Besucherzahlen und eine in die Jahre gekommene Technik fordern innovative Ideen, schnelle Umsetzung und eine unterstützende Werbung.
Für die politischen Gremien der Stadt Lehrte wird nun eine Informationsvorlage erstellt, die Hintergrundinformationen zu den notwendigen Maßnahmen enthalten wird, die zur Modernisierung des Bades notwendig sein werden. Diese soll dann zunächst im Ausschuss für Sport und Freizeit beraten werden und dann den Auftakt zu einer öffentlichen Debatte sein.
Bereits 2009 gab es einen Arbeitskreis, der sich mit der Attraktivitätssteigerung des Lehrter Freibades ausgiebig beschäftigt hatte. Der damalige Vorsitzende Björn Rust hatte  gemeinsam mit Eckhard Otto und Heinz Döbel von der Stadt Lehrte, sowie dem LSV, Ulf Wiese vom Lehrter Schulsport, Dr.Jürgen Below vom Förderverein Lehrter Freibad, Günter Friedrich, SPD Fraktion und Michelé Kahl vom Bündnis 90/Die Grünen ein umfangreiches Konzept erstellt. Auch die Bürger wurden befragt und in den Prozess mit eingebunden. Themen wie Öffnungszeiten, Temperaturanzeige, Volleyballfeld oder auch der Sanierungsstau wurden in diesem Rahmen bereits diskutiert. Zum 1. Januar 2010 verkaufte dann die Stadt Lehrte die Bäder an die Lehrter Bädergesellschaft mbH. „Somit hatte die Politik keinen Zugriff mehr und war außen vor. Viele Punkte in dem Konzept sind aber immer noch aktuell“, so Björn Rust.