Schmutz-Belag bleibt

Das Oberflächenmaterial spritzt hoch und setzt sich am Radgestell fest. (Foto: Dieter Hurcks)

Verkehrsausschuss lehnt den Antrag von Michael Fleischmann zur Erneuerung von zwei Radwegen ab

BURGDORF (fh). Bei Nässe müssen sich Radfahrer weiterhin gut überlegen, ob sie die Wege an der Tierheimbrücke oder am verlängerten Peiner Weg benutzen. Im Verkehrsausschuss haben die Politiker den Antrag von dem Linken-Ratsherrn Michael Fleischmann mehrheitlich abgelehnt. Er hatte gefordert, die beiden Radwege zu erneuern und das dort verwendete Oberflächenmaterial künftig zu meiden. „Es verunreinigt bei Nässe nicht nur das untere Radgestell nachhaltig, sondern bleibt auch an Hose und Schuhen des Radlers haften“, kritisiert er.
Der Leiter der städtischen Tiefbauabteilung Rainer Herbst argumentierte, dass es aus seiner Sicht keine vernünftige Alternative gebe. Feineres Material, das bei Nässe weniger schmiere, könne auf den beiden Wegen aus technischen Gründen nicht eingesetzt werden. „Die einzige Lösung wäre Asphalt oder Pflaster“, so Herbst. Das sei aber zu teuer. "Außerdem ist das auch das auch aus ökologischen Gründen fragwürdig. Denn wir würden damit die Flächen versiegeln", so Herbst.
Die Vertreter im Verkehrsausschuss erteilten Fleischmanns Antrag daraufhin eine Absage. „Aus der Stellungnahme des Tiefbauamtes geht hervor, dass die Wege in Ordnung sind. Deshalb sehen wir keine Veranlassung, da etwas zu ändern“, sagt der CDU-Vertreter Barthold Plaß. Für Anne Frick von Bündnis 90/Die Grünen waren neben den Aussagen aus dem Tiefbauamt auch ihre eigenen Erfahrungen ausschlaggebend. „Ich erledige in Burgdorf alles bis auf Großeinkäufe mit dem Rad“, betont sie. Dabei benutze sie auch die beiden Wege, die in der Kritik stehen. „Sie sind eigentlich ganz in Ordnung. Die Regenmengen zuletzt waren extrem. Das war eine Ausnahmesituation“, argumentiert sie. Karl-Heinz Dralle (SPD) weist darauf hin, dass über den Radweg am verlängerten Peiner Weg eventuell zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal diskutiert werden müsse, wenn es um die Anbindung des Neubaugebiets Hinter den Hecken gehe. "Wir können nicht jetzt Geld für eine Erneuerung ausgeben und dann kurze Zeit später wieder alles neu gestalten", betont er.
Michael Fleischmann ist mit dem Abstimmungsergebnis unzufrieden. „Es kann doch nicht sein, dass man Radwege nur für schönes Wetter baut“, kritisiert er. Besonders ärgere es ihn, dass die Stadt das Material nun auch weiterhin bei neuen Radwegen verwenden könne. „Wenn man den Radverkehr fördern will, muss man auch vernünftige Bedingungen dafür bieten“, so Fleischmann.