Schmutz an Rad und Hose

Bei Regen bildet sich eine braune schmierige Schicht auf dem Weg. (Foto: privat)

Linken-Ratsherr Michael Fleischmann fordert Erneuerung von zwei Radwegen / Stadt sieht den Vorschlag kritisch

BURGDORF (fh). Braune Spritzer an der Hose und ein verdrecktes Fahrradgestell: Wer bei Regen und Nässe auf unbefestigten Wegen durch Feld, Wald und Flur unterwegs ist, muss mit solchen Spuren rechnen. Anders sollte das nach Meinung des Linken-Ratsherrn Michael Fleischmann bei Radwegen sein, die die Stadt eigens für diesen Zweck ausweist.
Deshalb ärgert er sich über das hellbraune Oberflächenmaterial, das beispielsweise beim Radweg an der Tierheimbrücke unweit der Uetzer Straße sowie beim verlängerten Peiner Weg in Richtung Immensen verwendet wurde. „Es verunreinigt bei Nässe nicht nur das untere Radgestell nachhaltig, sondern bleibt auch an Hose und Schuhen des Radlers haften“, kritisiert Fleischmann. In einem Ratsantrag fordert er deshalb die entsprechenden Wege mit einem Splitt-Gemisch auszubessern. Außerdem solle die Stadt beim Anlegen zukünftiger Radwege auf den besagten Extrakt verzichten.
Ganz so einfach ist das nach Aussage von Rainer Herbst, dem Leiter der städtischen Tiefbauabteilung, nicht. „Bei den beiden Wegen handelt es sich um Ausnahmefälle“, sagt er. Normalerweise würde die Stadt bei Radwegen ein feineres Oberflächenmaterial mit höherem Splittanteil verwenden. „Das verhindert, dass die Wege bei Regen so schmierig werden“, erklärt er. Doch genau das sei bei den betreffenden Wegen aus Sicht der Verwaltung nicht sinnvoll.
In dem Radweg an der Tierheimbrücke befinden sich Schachtdeckel für die Kanalisation. „Sie sind bei starkem Regen in der Vergangenheit mehrfach weggeschwemmt worden. Deshalb haben wir jetzt ein gröberes und festeres Material gewählt, mit dem wir sie vernünftig einfassen können“, erklärt er. Das habe sich bewährt, auch wenn es bei Regen dazu neige, zu schmieren. „So eine Wetterlage wie zuletzt haben wir ja zum Glück nicht dauernd“, argumentiert Herbst.
Beim verlängerten Peiner Weg gebe es eine andere Schwierigkeit. Der Weg sei kein reiner Radweg, sondern werde auch landwirtschaftlich genutzt. „Trecker und landwirtschaftliche Maschinen würden das feine Material sofort wieder abtragen. Wir müssten das permanent erneuern und das würde sich nicht lohnen“, sagt Herbst.
Andere Ratspolitiker beziehen noch nicht eindeutig Stellung zu dem Antrag. Er werde zur weiteren Beratung in den Verkehrsausschuss überwiesen. „Da kann denn vom Tiefbauamt zu diesem Material und möglichen Alternativen Stellung bezogen werden, auch was die jeweiligen ökologischen Auswirkungen betrifft“, kündigt Hartmut Braun, Fraktionsvorsitzender der Gründen, an.