Schillerslage erinnert sich seiner 750-jährigen Geschichte

Gemeinsam enthüllten Ernst-August Thieleking, Alfred Baxmann und Manfred Dunker (v.r.) den mit farbigem Ortswappen und Jahreszahlen bearbeiteten, eiszeitlichen Findling. (Foto: Georg Bosse)

Mit Gedenkstein-Enthüllung hat Countdown zum Dorfjubiläum begonnen

SCHILLERSLAGE (gb). Die Urkunde, die 1264 erstmals den Ort „Scilderlaghe“ erwähnt, befindet sich heute noch im Kloster Wienhausen (Celle). Seitdem sind stolze 750 Jahre in die Lande gezogen, was den Schillerslagern am kommenden Sonntag, 21. September, ab 10.00 Uhr (Programm siehe unten) eine retrospektive Jubiläumsfeier unter dem Motto „Alte Zeiten miterleben“ wert und in die auch das publikumsträchtige „Dreschefest“ mit eingebettet ist. Den Auftakt zu diesem großen Dorffest machte am vergangenen Sonntag die Enthüllung eines vom Burgdorfer Steinmetz Arnold Heins gestalteten Findlings, der an die erste Erwähnung des Dorfes erinnern soll.
1784 wird die Chaussee zwischen Hannover und Celle fertiggestellt und Schillerslage bekommt eine Poststation und eine Schmiede. Drei Jahre später wurde auf dem Posthof Philipp Carl geboren, der als Landbauwissenschaftler die naturwissenschaftlichen Grundlagen der Düngerlehre erforschte. Per Gesetz werden 1836 die Lehnsverpflichtungen abgelöst und die Schillerslager erhalten ihre persönliche Freiheit.
Ab 1860 besiegelt die zunehmende Konkurrenz durch die Eisenbahnlinie „Lehrte - Celle“ das Ende des Postbetriebs mit Kutschen. Im Kriegswinter 1944 schwappt die erste Flüchtlingswelle aus dem Osten nach Schillerslage, was annähernd die Verdopplung der Einwohnerzahl zur Folge hat. Drei Jahrzehnte danach verliert Schillerslage durch die Gebietsreform seine Eigenständigkeit und kommt mit weiteren benachbarten Ortschaften zur Stadt Burgdorf. 2004 gewinnt Schillerslage den Regionswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft“.
Zur Enthüllung des über zwei Tonnen schweren Granit-Gedenksteins und zur Zukunft des Dorfes sagte Ortsbürgermeister Manfred Dunker in Anwesenheit etlicher Gäste, darunter Burgdorfs Bürgermeister Alfred Baxmann, Stadtrat Lutz Philipps, Stadtwerkechef und SMB-Vorsitzender Rüdiger Funke sowie Stadtsparkassenvorstand Heiko Nebel: „Dies ist ein großartiges Ereignis, an das sich kommende Generationen gerne erinnern werden.“
Unter dem Steinfundament ist eine Kassette eingelassen, die mit einer Kopie der Erwähnungsurkunde aus 1264, mit acht Euro-Münzen, je einer Ausgabe des Anzeigers und des MARKTSPIEGEL sowie mit dem Festflyer und der Angabe zum Fundort des Findlings bestückt ist, der zu diesem Zweck von der Familie Thieleking gestiftet worden war, auf deren Hof er viele Jahre gestanden hatte. „Der Stein ist wohl mit einer Eiszeit aus dem hohen Norden zu uns gelangt“, erklärte Ernst-August Thieleking.