Rubrik "Glaubenssache" im MARKTSPIEGEL:

Hartmut Berkowsky ist Diakon der katholischen kirchengemeinde St. Nikolaus in Burgdorf. (Foto: St. Nikolaus Burgdorf)

„Ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein! (Mt. 22, 1-14)

Von Diakon Hartmut Berkowsky

Hochzeiten sind eine sensible Angelegenheit. Wer soll alles eingeladen werden? Wie soll die Sitzordnung sein! Wer passt zu wem? Wie bekommt man es hin, dass sich jeder wohlfühlt, keiner beleidigt ist?
Nicht auszudenken, wie kompliziert das alles bei einer königlichen Hochzeit sein muss. Die Hochzeit eines Königssohnes ist etwas Besonderes. Auch wenn Jesus es nicht erwähnt, aber die eingeladenen Gäste sind sicherlich bedeutend und hoch angesehen in der Bevölkerung.
Der König lässt alles vorbereiten und lässt den Eingeladenen sagen: „Mein Mahl ist fertig, alles ist bereit. Und was passiert? Die Eingeladenen kommen nicht. Sie haben keine Lust, sie ziehen andere Dinge der Hochzeitsfeier vor. Der König schickt seine Diener immer wieder zu den Gästen, um die Einladung zu wiederholen. Doch ohne Erfolg.
Der Tobsuchtsanfall des Königs ist in seinen Ausmaßen sicher ein wenig befremdlich, aber vielleicht steckt genau in diesem Bild die Erkenntnis des Königs: Da habe ich wohl einen Fehler gemacht. Wieso wollte ich mich nur mit den angeblich Angesehenen und Reichen umgeben?
Was habe ich mir eigentlich davon versprochen? Ich will doch ein schönes, fröhliches Fest feiern. Und ich will dieses Fest mit denen feiern, die Lust darauf haben. Er schickt seine Diener noch einmal hinaus mit dem Auftrag: Ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein!
Das ist mutig, da kann man nichts planen, keine Sitzordnung erstellen. Es gibt keine Rangfolge. Es ist egal, ob du gut oder böse bist, ob du dir Ansehen erworben hast oder ganz unscheinbar bist, arm oder reich. Die einzige Bedingung ist: Nimm die Einladung an und feiere mit mir - das aber aus ganzem Herzen!
So ist das mit Gott und seinem Reich. Er liebt uns, er lädt uns ein und zwar alle. Er will sich nicht nur mit den Reichen und Schönen, den Angesehenen und Würdeträgern umgeben. Gott wählt nicht aus.
Er will, dass alle zufrieden und glücklich sind. Wir selbst sind es, die die Auswahl treffen. Jeder für sich kann entscheiden: ich nehme die Einladung Gottes an, ich will sein Gast sein.
Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete Woche.