Rubrik "Glaubenssache" im MARKTSPIEGEL:

(Foto: T. Leißner/privat)

Kinder, Katzen, Katastrophen

Von Pastor Thorsten Leißer

Zum Glück bin ich nicht abergläubig. Sonst hätte ich jetzt zuhause ein echtes Problem. Denn seit einigen Tagen komplettiert eine schwarze Katze unsere Familie. Eine schwarze Katze bedeutete früher immer ein schlechtes Omen und wenn sie einem von links begegnete, umso schlimmer!
Nach ein paar Tagen kann ich aber Entwarnung geben: Dieses Kätzchen sorgt eher für Glücksgefühle bei allen Familienmitgliedern.
Zum schlechten Ruf der schwarzen Mäusefänger hatte im Mittelalter nicht zuletzt die christliche Kirche wesentlich beigetragen, galten sie doch als verwandelte Hexen, was im Zuge der „Hexen“verfolgung die Katzenpopulation nicht nur hierzulande deutlich dezimierte.
Und links, das war die Seite derjenigen, die – nun ja - im Jüngsten Gericht eben nicht mit heiler Haut davonkommen sollen (Matthäus 25,15-30).
Heute ist das Gott sei Dank alles Geschichte. Katzenvideos sind auf Youtube der absolute Renner, gefolgt von tollpatschigen Kindern.
Für Katzen und Kinder wird gerne gespendet und natürlich auch für Opfer von Naturkatastrophen. Da merkt man doch, was viele Zeitgenossen am meisten bewegt. Und „links“ und „rechts“ spielen eher im aktuellen Wahlkampf eine Rolle als beim Blick auf das Ende der Welt.
Es zeigt sich, dass so manche Überzeugungen überwunden werden können. Manche landen dann im Reich des Aberglaubens - wobei offen bleibt, wer darüber bestimmt was Aberglaube und was rechter Glaube ist. Hauptsache, es schadet weder Mensch noch Tier.
Zum Glück bin ich aber nicht abergläubisch. Denn das bringt ja bekanntlich Unglück.