Rubrik "Glaubenssache" im MARKTSPIEGEL:

Jessica Kind arbeitet als Diakonin und Sozialarbeiterin im Anerkennungsjahr im Kirchenkreis und in der Tageswohnung Burgdorf. (Foto: Kirchenkreis Burgdorf)

"Erkenne mein Herz“

Von Diakonin und Sozialarbeiterin im Anerkennungsjahr Jessica Kind

Was bleibt eigentlich? Diese Frage bewegt mich. Mein Anerkennungsjahr als Diakonin und Sozialarbeiterin in Burgdorf endet. Für mich steht fest: Es bleiben die Begegnungen.
Die Gespräche am Frühstückstisch, an der Kirchentür oder beim Rechtsanwalt. Diese Begegnungen in der Tageswohnung und im Kirchenkreis Burgdorf haben mir neue Perspektiven auf die Welt, aber auch auf mich ermöglicht.
Ich habe etwas über den Anderen erfahren – seine Situation und seine Lebenswelt. Aber habe ich dich oder Sie wirklich kennengelernt? „HERR, du erforschest mich und kennest mich […]; du verstehst meine Gedanken von ferne.“
Durch diesen Psalm 139 bekomme ich die Zusicherung, dass es auf jeden Fall jemanden gibt, der mich kennt. Es ist für mich nicht begreifbar, dass jemand einen Menschen vollständig kennt. Immer sind nur Teile des Lebens bekannt.
Auch ich habe nur Teile von dir oder Ihnen kennengelernt. Nicht alles soll von uns bekannt werden. Wir wissen, dass wir nicht perfekt sind.
„Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich's meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.“, heißt es zum Abschluss des Psalms.
Wichtig ist, wie ich mein Handeln meine und was mir mein Herz sagt. Wonach ich mich richte, wenn ich Entscheidungen treffe, zählt. Gott kennt uns und leitet uns.
In den Begegnungen und gemeinsamen Gesprächen kommt es für mich auf Offenheit und Aufmerksamkeit an. Wer weiß, was mir alles in der kommenden Zeit begegnen kann.