Rubrik "Glaubenssache" im MARKTSPIEGEL:

Damaris Frehrking ist Pastorin der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Sehnde. (Foto: Kirchenkreis Burgdorf)

Drei in einem - Gedanken zu Trinitatis

Von Pastorin Damaris Frehrking

Am 11. Juni feierten wir den Sonntag Trinitatis. In den nächsten rund 20 Wochen sind alle weiteren Sonntage ebenfalls mit diesem Namen benannt. „Trinitatis? Das klingt wie eine Krankheit!“, sagen manche. Gemeint ist die christliche Auffassung, dass man Gott von drei Seiten betrachten kann:
In dem Roman „Die Hütte“, von W.P. Young, der zur Zeit auch im Kino läuft, trifft der Familienvater Mackenzie den dreieinigen Gott. Er hat durch ein Gewaltverbrechen seine Tochter verloren und damit seinen ganzen Lebensmut.
Diese Begegnung zwischen MacKenzie und Gott ist voller Überraschungen. Gott-Vater zeigt sich als dunkelhäutige, mütterliche Frau! Der Heilige Geist in einer sanft-dynamischen Frauengestalt.
Jesus ist ganz Mensch und Mann. Gott nimmt für MacKenzie Gestalten an, die ihm helfen, Heilung zu finden in seinem Schmerz. Und dafür braucht er eben Dreierlei: die mütterliche, bergende Seite Gottes, die Menschlichkeit des Sohnes wie auch die gelassene Beweglichkeit des Heiligen Geistes.
MacKenzie lernt, dass alle Erscheinungsweisen Gottes im Wesen überein stimmen: Gott ist Liebe in aller Konsequenz. Darum wird er dem Hass der Menschen niemals mit Hass antworten.
Die Antwort auf die große Frage nach dem Leiden lautet also: „Gottes Liebe wendet das Leid nicht ab, aber dort, wo Leiden ist, kannst du immer auch die Liebe finden in vielen Facetten und Farben.“
Wer sich in schweren Zeiten ins Gespräch mit Gott begibt und der Macht seiner Liebe öffnet, mag vielleicht die Wahrheit dieser Worte erfahren. Viele Menschen bezeugen seit biblischen Zeiten einen Gott, dem man auf vielfältige und lebendige Weise begegnen kann.
Er kann der quälenden Frage nach dem „Warum“ die Schwere nehmen und helfen, ins Leben zurück zu finden.