Rubrik "Glaubenssache" im MARKTSPIEGEL:

Martin Burzeya ist Kirchenkreiskantor des Kirchenkreises Burgdorf. (Foto: Kirchenkreis/Dethard Hilbig)

Singet dem Herrn ein neues Lied!

Von Kirchenkreiskantor Martin Burzeya

„Ich kann nicht singen!“ Hin und wieder höre ich diesen Satz, wenn ich Menschen zum Singen animieren möchte. Und auch beim Betrachten der letzten deutschen Ergebnisse des Euro Vision Song Contest könnte man zu dem Schluss kommen, dass das Singen in Deutschland keinen guten Stand hat. Stimmt das? Für Burgdorfer mit der Chorstadt Hannover vor den Füßen kaum zu glauben. Wird heutzutage noch gesungen?
Ja! Die Bandbreite ist groß: Sie reicht vom Lieblingslied in der Badewanne, den Gute-Nacht-Liedern in der Familie, den spontan angestimmten Glückwunschliedern auf Geburtstagen, über die Hymne im Fußballstadion, dem Schlager in großer Menge im Konzert, den Spielliedern in Kindergärten und Schulen, den Volksliedern in Gesangsvereinen und Männerchören, bis hin zu den Popsongs in weltlichen Chören, den geistlichen Liedern im Gottesdienst und Motetten, Kantaten und Oratorien in den Kirchenchören.
Der Titel des vergangenen Sonntags „Kantate“ (übersetzt aus dem Lateinischen „Singt!“) nimmt Bezug auf das in der Überschrift erwähnte Zitat aus Psalm 98. Die Äußerung des Singens wird direkt aufgegriffen. Meinem Berufsstand des Kantors alle Ehre machend möchte ich dem Psalmdichter beipflichten. Meine Erfahrungen mit singenden Menschen zeigen, dass das Singen eine befreiende und bereichernde Lebensäußerung ist, die glücklich und ausgeglichen macht.
Lasst uns Singen, was das Zeug hält und dafür sorgen, dass das Motto der Stadt für das kommende Jahr „Burgdorf – klingt gut!“ auch zu „Burgdorf – singt gut!“ wird. Vielleicht entdeckt der ein oder andere ja, dass er doch singen kann.